Thema: Interview  mit Josua
Datum: 19.02.2006 16:14:01 Westeuropäische Normalzeit
Von: nicht_mit_uns@yahoo.de
 

Sehr geehrter Herr Birnstein

Sie wählen das journalistische Mittel „Interview“, um den Lesern biblische Geschichte verbunden mit dem Gegenwartsbezug nahe zu bringen, was eine recht gute Möglichkeit ist, wäre nicht dies Interview mit Josua.

Wenn man dieses gelesen hat, ist man um vieles schlauer: Man weiß endlich, wer für den Weltfrieden bzw. für den Unfrieden verantwortlich ist: es sind die Juden!

 
Klar, der Gesprächsführer versucht etwas Positives aus Josua herauszuholen, der aber nicht darauf eingeht, sondern mit den von Ihnen in den Mund gelegten Worten noch ordentlich draufschlägt. Das ist umso beschämender, weil Sie als evangelischer Theologe hier den Willen G’TTes in aller Öffentlichkeit in Frage stellen und diesen sogar als ungerechten Kriegstreiber darstellen. Wie kann eigentlich noch ein Mensch - ob Jude oder Christ -  mit einem ordentlichen Gerechtigkeitssinn noch an solch einen grausamen G’TT glauben?
 
Jeder der von ganzem Herzen an den ALLMÄCHTIGEN glaubt und das Buch aller Bücher nicht nur als verstaubtes Vorzeigeobjekt irgendwo im Bücherregal zu stehen hat, weiß auch um die Tatsache, dass das Buch Josua ein sehr grausames ist. Er weiß aber auch um den Heilsplan des ALLMÄCHTIGEN für SEIN Volk des alten und des neuen Bundes und dieser wiederum ist mit oberflächlichen humanistischen Gefühlen nicht immer stimmig.
 
Statt als Theologe dem alten leider auch von christlichen Kirchen benutzte Klischee „Der Jude ist an allem Schuld“, welches bis in die Gegenwart unzählige unschuldige Opfer - in der Shoah gipfelnd - fordert, entgegenzutreten, nähren Sie es!
Sie legalisieren damit den Kampf der Hamas, den Jihad, den Massenmord an Juden, weil diese ja für den Unfrieden in der Welt verantwortlich sind.
 
Übrigens, bei Josua findet man nicht ein einziges Mal die Bezeichnung Jude oder Palästina. Auch gab es damals keine Bewohner, die mit heute lebenden Palästinensern in Verbindung gebracht werden könnten. Selbst wenn man die These, dass Palästinenser Nachfahren der Philister sind, vertritt, kommt man bei Ihrem Text ins Straucheln, da unseres Wissens nach, erst im 12. Jahrhundert vor Christus von der Ansiedelung der ersten Philister berichtet wird.  Besitzansprüche der Palästinenser resultieren aus dem Ungehorsam Abrahams, denn Ismael war der erstgeborene, aber nicht von G’TT verheißene Sohn. Auch wären die Israeliten nicht in diese prekäre Lage gekommen, wenn die Söhne Jakobs das Land Kanaan nicht verlassen hätten, nachdem diese Joseph aus Neid und Hass nach Ägypten verkauften und dann wegen der Hungersnot dorthin gingen. 
 
Das Interview allein ist schon schlimm genug, aber dass eine evangelische Zeitschrift dieses unkommentiert veröffentlicht, macht uns nicht nur traurig, sondern zeigt auch, in welche Richtung die evangelische Kirche tendiert.
 
Ein Tipp noch: wie wäre es denn mit einem Interview mit Scheich Jassin oder Jassir Arafat?
 
Mit freundlichen Grüßen um Stellungnahme bittend,
 
German Media Watch

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