Thema:

„Haim Saban, die Medien und Israel“

Datum:

23.09.2004 11:54:36 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerze

Von:

German Media Watch

 

DeutschlandRadio Berlin
Redaktionsleitung

Hans-Rosenthal-Platz
10825 Berlin

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

am 16. September sendete DeutschlandRadio Berlin den Kommentar „Haim Saban, die Medien und Israel“ von Ludwig Watzal als "Politisches Feuilleton", der auch auf der Internetseite des Senders unter http://www.dradio.de/dlr/sendungen/feuilleton/303812/ nachgelesen werden konnte.

 

Wir gehen sehr wohl ausgesprochen vorsichtig mit dem Begriff „Antisemitismus“ um, denn viel zu schnell werden Worte in die Schublade „Antisemitische Äußerungen“ abgelegt, die beim tieferen Betrachten diese Verurteilung nicht verdienen. So ist auch gerechtfertigte Kritik an Israel kein Antisemitismus. Die Art und Weise aber, wie hier Herr Watzal über Herrn Saban spricht und schreibt, verdient diese Bezeichnung. Denn wäre Herr Saban ein ordentlicher vielleicht sogar christlicher deutscher Staatsbürger, wäre die Sache mit dem Telefongespräch in der Gedenkstätte nicht ein Milligramm Druckertinte wert.

 

Ist es nicht eher die Tatsache, dass Haim Saban amerikanisch-israelischer Staatsbürger ist und dazu noch über eine ganze Menge Geld verfügt, welches er auch ausgeben möchte?

„Geschäfte mit dem Tätervolk“ – diese Aussage lässt uns die Haare zu Berge stehen und ist dazu noch äußerst gefährlich:

 

  1. Erstens: Darf ein Jude bzw. Israeli keine Geschäfte mit Deutschen treiben? So weit waren wir schon mal!
  2. Warum „Tätervolk“? Wie lange soll Deutschland dieses sein? Es ist doch kein Wunder, dass junge Leute in die Arme der Rechtsradikalen getrieben werden. Sie können diese Bezeich-nung nämlich nicht mehr hören. Gerade Personen die durch ihre Worte auch das Meinungsbild der breiten Öffentlichkeit mitprägen, haben die Aufgabe, dass unser Verhältnis zu unseren jüdischen Mitbürgern ein normales wird, was das Vergessen nicht aus-, aber ein vernünftiges Miteinander in der Zukunft einschließt.

 

Zum Vorwurf der Vermarktung der Shoah fragen wir uns, was denn die deutsche Regierung beim Bau des Holocaust-Denkmals in Berlin getan hat. Das peinliche Gezerre darum, hat die eigentlich gute Absicht, die mit dem Bau verfolgt werden sollte, uns nicht nur in der jüdischen Welt unglaubwürdig gemacht. Hier fand eine Vermarktung statt. Dabei wollen wir nicht auf die Gestaltung etc. eingehen.

 

Warum brüskiert sich Herr Watzal so über die angeblichen Geschäftsgebaren eines Juden, der sein Land Israel liebt und versucht, seine Mittel so einzusetzen, dass es endlich eine objektive Berichterstattung über dieses gibt? Diese Frage beantworten uns die drei Cover der Bücher: „Feinde des Friedens“; „Frieden ohne Gerechtigkeit“ und „Friedensfeinde“ des Autors Watzal. (www.watzal.com )

Wer diese nämlich anschaut, sieht nur den bösen Israeli, der mit seiner Waffe auf ein verängstigtes Schulkind zielt. Aber wo bleiben die Bilder von durch Bomben zerrissener israelischer Kinder, die absolut nichts weiter wollten, als am Freitagabend in die Disco zu gehen oder in einer Pizzeria fröhlich zusammenzusitzen? Hat Herr Watzal etwa Angst vor einer wahren, objektiven Berichterstattung, die wie bereits oben geschrieben gerechtfertigte Kritik am Gebaren Israels einschließt.

Ist es deshalb nicht umso erstaunlicher dass die publizistischen Stellungnahmen des Herr Watzal sehr gerne von propalästinensischen Organisationen Stimmungsmache gegen Israel mit Zustimmung vom Autor genutzt werden. Wo bleibt hier die Objektivität, die Hr. Watzal für sich in Anspruch nimmt? ( www.palaestinaonline.de )

 

Diese Art und Weise jedenfalls, disqualifiziert Herrn Watzal und schiebt ihn in eine Ecke, in der er bestimmt nicht stehen will, nämlich ins rechte Lager, denn all die Anhänger der braunen Brut jubeln darüber, dass endlich mal jemand den Mund aufmacht und zeigt, das die „jüdische Lobby“ – so Herr Seidel von der taz – hier in Deutschland das Sagen hat!

 

Mit freundlichen Grüßen um Beachtung bittend,

 

German Media Watch

- Redaktionsleitung -