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Sehr
geehrte Exzellenz Erzbischof Celestino Migliore,
Während
Ihrer Rede am 1. November vor der IV. Kommission der UNO-Hauptversammlung forderten
Sie immer wieder – bezüglich Israelis und Palästinenser - internationalen Druck auf die beiden
Konfliktparteien auszuüben, um diese an den Verhandlungstisch zu bringen.
Sehr
geehrte Exzellenz, machen Sie es sich nicht etwas zu einfach? Sie führen den
Bau des Sicherheitszaunes, Kontrollpunkte und das daraus resultierende
Fernbleiben von Pilgern als Tatsachen für die zunehmende Verarmung an.
Wo
bleiben die Hinweise auf die permanente Verhetzung durch fundamentalistische
Islamisten, die selbst vor Kleinkindern, die neben dem Milchbrei bereits
Unterricht darin bekommen, wie süß es ist Shahid zu sein, nicht halt macht? Wo
bleibt das öffentliche Benennen der Schuld dieser palästinensischen Terroristen
durch die Vereinten Nationen? Als ständiger Beobachter des Hl. Stuhls bei den
Vereinten Nationen und insbesondere als Christ wäre es doch auch Ihre Pflicht,
darauf hinzuwirken, dass auch endlich einmal eine UN-Resolution gegen den
geistigen Missbrauch palästinensischer Kinder – Selbstmordattentäter werden
immer jünger – eingebracht wird? Das wäre bereits internationaler Druck, der
aber derzeit nur immer in Richtung Israel erfolgt. Wer die Zahl der
Resolutionen gegen Israel betrachtet und sich nicht mit der Materie
auseinandersetzt, muss annehmen, Israel sei der Schurkenstaat Numero Eins.
Was
uns extrem verwundert, ist die Tatsache, dass Sie in der uns vorliegenden Rede
nicht ein einziges Mal den Namen jüdischer Staat bzw. Israel verwenden. Sie
sprechen immer nur vom „Heiligen Land“, von christlichen Pilgern und von
fehlender Religionsfreiheit. Diese Äußerungen lassen uns vermuten, dass Sie
noch nicht in Israel explizit in Jerusalem gewesen sein können. Dort erlebt man
nämlich an jedem Freitagnachmittag ein sehr seltenes Phänomen. Christliche Pilger,
Kreuz-Attrappen schleppend, ziehen durch ein moslemisches Wohnviertel und
werden von jungen jüdischen Soldaten vor islamistischen Angriffen geschützt.
Auch durften wir als Christen Shabbatg’ttesdienste in orthodoxen Synagogen
besuchen, der Besuch eines Freitagsgebetes in einer Moschee von Abu Gosh – eine
recht gemäßigte Gemeinde – wurde uns verwehrt. Der Anspruch auf
Religionsfreiheit sollte eher an die Adresse der islamistischen Palästinenser
gehen. Wenn es Schwierigkeiten mit der jüdischen Seite gibt, dann haben manche
Christen durch ihr egoistisches „Mir-gehört-Jerusalem“ Auftreten selbst Schuld,
vergessene diese doch allzu oft, dass sie Gäste in Israel, in einem jüdischen
Land, sind.
Außerdem
werden ganz besonders katholische Würdenträger ihrer passiven Rolle als
Friedensboten – das hat man sich ja auf die Fahnen geschrieben – nicht gerecht
und lassen sich von islamistischen Fundamentalisten für deren schmutzige
Dienste missbrauchen. Dabei wird der Ruf: „Am Freitag beten wir in der Moschee,
am Samstag bringen wir die Juden um und am Sonntag die Christen“ überhaupt
nicht wahrgenommen.
Wir
waren sehr oft in Israel und haben sehr viele jüdische Freunde, die uns gerade
wegen unseres christlichen Glaubens akzeptieren und vor allem achten.
Lassen
Sie uns noch ein Letztes anführen: Wahre Freunde Israels reisen gerade in
dieser schwierigen Zeit nach Israel, um dem jüdischen Volk beizustehen.
Mit
freundlichen Grüßen um Stellungnahme bittend
German
Media Watch
7.11.
2004