
Diese Interpreten prägten bzw. prägen neben vielen anderen die jüdische und israelische Musikszene
NAOMI SHEMER (geb. 1931)
"Yerushalayim shel zahav" ("Jerusalem aus Gold") Die "First Lady des israelischen Liedes", Naomi Shemer, hat zahlreiche Lieder geschrieben, von denen viele populaere Hits wurden. Sie komponierte bekannte Kinderlieder und vertonte Gedichte, darunter Werke von Rachel und Natan Alterman.
Shemer begann in den Fuenfzigerjahren Lieder zu komponieren und schrieb fuer Gesangsgruppen der Armee und bekannte Saenger. 1967 wurde Naomi Shemer gebeten, fuer das Israel Song Festival einen Beitrag zu schreiben. Obwohl ihr Lied nicht am Wettbewerb teilnahm, waren die Strophen von "Jeruschalaim schel zahav" - "Jerusalem aus Gold" auf der Stelle populaer. Ein Teil des Erfolges beruhte sicher auf der Tatsache, dass das Festival kurz vor dem Sechs Tage Krieg und der Wiedervereinigung Jerusalems stattfand, und das Lied so etwas wie eine nationale Bedeutung erhielt, da es die Sehnsucht des Landes nach Jerusalem und seiner Umgebung ausdrueckte. Das Lied, das im Radio gespielt und von vielen gesungen wurde, war ploetzlich eine zweite Nationalhymne. Nach dem Krieg schrieb Shemer eine vierte Strophe, um die Befreiung der Altstadt und die oeffnung des Weges nach Jericho zu feiern. "Jeruschalaim schel zahav" wurde in viele Sprachen uebersetzt und ist ein internationales Statement zur Befreiung Jerusalems. Viele ihrer Werke wurden in Buechern publiziert und gelten als die am meisten gesungenen Lieder der Sechziger- bis Achtzigerjahre.
Fuer ihren enormen Beitrag zur israelischen Musik wurde Naomi Shemer 1983 mit dem Israel Preis geehrt.
YAFFA YARKONI (geb. 1925)
Die Saengerin Yaffa Yarkoni ist auf der ganzen Welt zu Hause Yaffa Yarkoni wurde in Eretz Israel geboren und begann ihre Karriere als Saengerin im Kaffeehaus ihrer Mutter in Gavataim.
Im Unabhaengigkeitskrieg diente sie in der Givati Brigade und trat in der Chortruppe auf. Ganz Israel kannte sie in ihrer Khakiuniform, die ihr um einige Nummern zu gross war. Waehrend des Sechs Tage Krieges gab sie kurz nach der Befreiung Jerusalems ein Konzert vor der Westmauer. Der Hoehepunkt dieses Konzertes war ihre Interpretation von Naomi Shemers Lied "Jerusalem aus Gold". Die Entscheidung, Yaffa Yarkoni 1998 den Israel Preis fuer ihren Beitrag zur israelischen Musik zu verleihen, wurde mit grosser Zustimmung aufgenommen. Auch sie wurde mit dem Israel-Preis geehrt (1998)
GIORA FEIDMAN
"Er überbrückt viele Klüfte zwischen Generationen, Kulturen und sozialen Unterschieden. Und er tut all dies mit künstlerischer Vollendung. Lang lebe Giora, seine Klarinette und seine Soul Music!"
(Leonhard Bernstein) Er gilt als der Magier der Klarinette. Der in New York lebende, jüdische Künstler Giora Feidman ist einer der bekanntesten Vertreter der Klezmer Musik. Klezmer Musik ist jüdische Volksmusik. Ursprünglich wurde Klezmer bei Hochzeiten aschkenasischer Juden aus dem osteuropäischen Raum gespielt. Inzwischen hat sich die Klezmer Musik in den letzten Jahren vor allem in Amerika stark weiterentwickelt und zu einer eigenen Musikrichtung gefunden.
OFRA HAZA (1959-2000)
"Eine Saengerin, die Israel und der Welt Hoffnung gab" (Shimon Peres)
Ofra gewann in Israel viele Preise und ihre Platten verkauften sich ausgezeichnet.
1985 erschien ihr Album mit jemenitischen Liedern des Dichters Shalom Shabazi aus dem 17. Jahrhundert. Damit begann ihre internationale Karriere.
Ihr Lied "Im Nin Alu" hielt neun Wochen den ersten Platz in den deutschen Charts und zwei Wochen in den europaeischen.
1990 erhielt Ofra Haza als erfolgreichste israelische Kuenstlerin in Monte Carlo den "World Music Award", sie trat beim Jazzfestival in Montreux auf und 1992 wurde ihr Album "Kirya" fuer einen Grammy nominiert.
Ofra Haza war weiterhin an vielen Projekten beteiligt, darunter der Soundtrack fuer die Filme "Prinz von Aegypten" und "The Governess".
Sie starb ueberraschend nach kurzer Krankheit am 24. Februar 2000.
RITA (geb. 1962)
Sie wurde im Iran geboren und wanderte als Kind mit ihren Eltern in Israel ein. Rita studierte Gesang und Schauspiel und wurde wegen ihres aussergewoehnlichen Talentes und Potentials wahrgenommen.
1986 veroeffentlichte sie ihr erstes Album und errang sofort einen grossen Erfolg in der Welt der israelischen Popmusik.
Sie vertrat Israel beim Eurovisions Song Contest, trat im Ausland auf und gewann internationale Anerkennung.
Rita spielte in verschiedenen Theaterproduktionen, darunter in der Auffuehrung von Tennessee Williams' „Die Katze auf dem heissen Blechdach" im Habimah Theater.
Sie arbeitet mit fuehrenden israelischen Kuenstlern wie Schlomo Artzi zusammen. Auch ihr Mann Rami Kleinstein komponierte viele von Ritas Liedern und nahm mit ihr zwei Duette auf.
SCHLOMO ARTZI (geb. 1949)
Schlomo Artzis musikalische Karriere begann in den spaeten Sechzigerjahren als Solist der Chortruppe der Marine. Er trat auf israelischen Folk-Festivals auf und gewann dreimal in fuenf Jahren den ersten Preis. 1970 fuer „Pit´om Hajom, Pit´om achschaw" („Ploetzlich heute, ploetzlich jetzt"), 1973 fuer „Schir HaBoker BaBoker" („Lied frueh am Morgen") und 1974 fuer „HaBallada al Baruch Jemili" („Ballade fuer Baruch Jemili"). Erst 1978 errang er wieder einen Erfolg, als sein Album „Gever holech le´ibud" („Ein Mann verliert seinen Weg") erschien, und die Lieder einen neuen und persoenlicheren Stil zeigten.
In rascher Folge erschienen weitere Alben, und Artzi wurde einer der erfolgreichsten israelischen Entertainer. Er hat mehr Platten als jeder andere israelische Saenger verkauft, und seine ueberaus beliebten Konzerte dauern drei Stunden und laenger.
Artzi verbindet Rockmusik mit hebraeischen Melodien. Sein beruehmtestes, immer wiederkehrendes, Ausdrucksmittel ist der Tanz als Symbol fuer Leben und Lebenskraft.
AVIV GEFFEN (geb. 1973)
Die Ikone der israelischen Jugend Aviv Geffen, der Sohn des israelischen Dichters Jonatan Geffen ("Ich bin nicht Jonatan Geffens Sohn - er ist Avivs Vater."), ist einer der populaersten jungen israelischen Saenger. Er begann sein Musikstudium im Alter von sechs Jahren und schrieb sein erstes Lied mit sieben. Er brachte sich sechs Instrumente bei. Seine Songs fordern traditionelle Werte heraus und sprechen Themen an, die bei den Jugendlichen einen wichtigen Platz einnehmen: Liebe, Gewalt, Drogen, Alkohol und Eltern-Kind-Beziehung. Geffen bestreitet seine Konzerte in ungewoehnlicher und provokanter Aufmachung.

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