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Bonn
Betr.: Beschwerde gegen die Tageszeitung „Junge Welt“
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit
Wochen muss ich in der Tageszeitung „Junge Welt“ (Herausgeberin:
Linke Presse Verlags- Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft junge Welt
e.G. / Verlag 8. Mai GmbH) das Zunehmen von extrem diffamierenden und zudem
noch falschen Berichterstattungen und einseitigen Kommentaren über die
Geschehnisse in Israel und in den palästinensischen Autonomiegebieten
feststellen. Leider hat man auf meine diesbezüglichen Hinweise nur halbherzig
und teilweise beleidigend geantwortet. Dies kann und will ich nicht mehr
tolerieren.
Einspruch
erheben möchte ich im Besonderen gegen den Kommentar:
Blasse Visionen - US-Außenminister Powell
auf Nahost-Friedenskurs von Herrn Werner Pirker - erschienen am 21. 11.
2001 (siehe Anlage). Dieser strotzt vor Diffamierungen und Falschaussagen. Herr
Pirker wirft Israel vor, selbst der Schuldige am Nichtzustandekommen eines
friedlichen Zusammenlebens in der Region zu sein, was definitiv nicht
stimmt. Auch liegt die Ursache für die derzeitige „Al-Aksa-Intifada“ bei weitem
nicht in der Siedlungspolitik, sondern wurde zur
Befreiung der islamischen Heiligtümer initiiert - wohl weil Herr Sharon den
Tempelberg betreten hat. Zwischenzeitlich behauptete man sogar frech, er hätte
die Moschee betreten und somit entweiht. Erst als man auf palästinensischer
Seite nach einiger Zeit feststellte, dass mit DER Begründung für den Aufstand
nicht die erhoffte internationale Unterstützung zu gewinnen ist, schwenkte man
nach ca. 3 Monaten auf das Problem Siedlungen um. Vorher war in ALLEN
Forderungen der Palästinenser nur Jerusalem und die heiligen Stätten ein Thema,
nicht jedoch die Siedlungen. Daran störte man sich erst nach Monaten; eben um
den Mitleidsfaktor besser ausnutzen zu können.
Herr
Pirker sowie die „Junge Welt“ schüren durch das Veröffentlichen dieser
wertenden Ausführungen den sich
breitmachenden Anti-Israelismus, was nicht mit dem Pressegesetz vereinbar ist.
Hier wird ganz bewusst unwahr und oberflächlich über die komplexen
Zusammenhänge, die bei weitem viel tiefer liegen, berichtet. Die Juden sind
doch - wie immer - an allem selbst schuld. Dies ist eine sehr gefährliche
Entwicklung, gegen die ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln
kämpfen werde.
Oberste Pflicht von Presseorganen – ganz gleich welcher Strömung sie angehören – ist Objektivität. Das gilt auch für Kommentare. Ein Chefredakteur hat die Pflicht, diese auf Korrektheit zu prüfen. Ein Kommentator darf seine eigene Meinung äußern, muss sich aber auch an gewisse Spielregeln halten. Es gibt Pressegesetze bezüglich journalistischer Sorgfaltspflicht und Ausgewogenheit!
Mit freundlichen Grüßen,