1. Der neue Antisemitismus
2. Wie ich zur “unbewussten Faschistin” wurde
3. Graffiti auf den Wänden der Geschichte
DER NEUE ANTISEMITISMUS
Original: The New Anti-Semitism
Die neueste Ausgabe von “Anti-Semitism Worldwide”, einer von der Anti-Defamation League jährlich veröffentlichten Studie, beinhaltet zwei erstaunliche, aber nicht wahr genommene Muster. Erstens zeigt sie, dass sich das Zentrum antijüdischen Redens und Tuns aus den christlichen Ländern in die muslimische Welt verschoben hat. Zu den ersteren berichtet die Studie über Aktivitäten von Randgruppen; bei letzteren zitiert sie Staatsoberhäupter, mächtige politische Parteien, Mainstream-Zeitungen und führende Intellektuelle. Die Palästinensergruppe Hamas zitiert z.B. in ihrer Charta aus den „Protokollen der Weisen von Zion“. Antisemitismus liegt in der ganzen Welt heimlich auf der Lauer; bei den Muslimen herrscht er voller Stolz.
Zweitens – und das ist vielleicht sogar noch unheilvoller: Selbst in den vorwiegend christlichen Ländern Europas und Amerikas schwenken Muslime heutzutage zunehmend das Banner des Antisemitismus und stellen eine physische Bedrohung für Juden dar. Das heißt nicht, dass Antisemitismus unter Christen sich in Luft aufgelöst hat, sondern dass er deutlich weniger Schlagkraft hat als die muslimische Art. Die Studie berichtet, dass, während Rechtsextremisten in Europa Juden belästigten und jüdisches Eigentum demolierten, „gewalttätige Angriffe mit der Absicht, körperlichen Schaden zuzufügen, in den meisten Fällen von muslimischen Extremisten verübt wurden“. Beispielsweise wurde der einzige antisemitische Terrorakt 1995 in Europa nicht von Skinheads begangen, sondern von einer algerischen Fundamentalistengruppe (der Versuch, eine jüdische Schule bei Lyon in Frankreich zu sprengen). Muslime von Südafrika über Argentinien bis Schweden übertreffen die Rechte auch bezüglich der Reichweite ihrer antisemitischen Rhetorik und ihres Einflusses.
Dasselbe Muster gilt für die Vereinigten Staaten. Hier teilt sich die muslimische Bevölkerung in zwei Hauptgruppen: Konvertiten (meist Schwarze, von denen viele irgendwann Verbindung zur „Nation of Islam“ hatten) und Immigranten (zumeist aus Südasien). Expliziter, feindseliger Antisemitismus ist bei beiden Gruppen die Regel. Es gibt zwar ein paar wenige, mutige Stimmen, die sich gegen die endlosen Angriffe auf die Juden stellen; diese sind aber im Trommelfeuer der Einseitigkeit, Schmähungen und Verschwörungstheorien kaum zu hören.
Einwanderer
Wie ihre Glaubensbrüder andernorts setzen sich Muslime, die in die USA emigrieren oder amerikanische Konvertiten für eine große Bandbreite an Ansichten ein. Es fällt aber auf, dass, im Gegensatz zu Ländern wie der Türkei und Ägypten, wo eine lebhafte Debatte zwischen Moderaten und Fundamentalisten statt findet, in den USA die Fundamentalisten dominieren – so sehr, dass Moderate kaum zu Wort kommen. Die Fundamentalisten kontrollieren alle großen Muslim-Organisationen, einschließlich der Islamic Association for Palestine, dem Islamic Circle of North America, dem Islamic Committee for Palestine, der Islamic Society for North America, der Muslim Arab Association, dem Muslim Public Affairs Council und der Muslim Students Association. Sie haben auch zunehmende Kontrolle über die Mehrzahl der Moscheen, Wochenzeitungen und kommunalen Organisationen.
Diese fundamentalistische Hegemonie ist Ergebnis mehrerer Faktoren. Einer hat mit der Finanzierung und mit anderer Unterstützung aus dem Nahen Osten zu tun, die fast ausschließlich an Fundamentalisten gehen. Die Iraner, Libyer und Saudis haben seit Jahren den aggressivsten, fundamentalistischsten Gruppen geholfen. Der andere Faktor hat damit zu tun, dass die Moderaten dazu tendieren, in die Welt hinaus zu gehen und sich in andere, weniger mit der muslimischen Gemeinde zusammen hängenden Aktivitäten einbringen.
Jede der fundamentalistischen Organisationen sprudelt Antisemitismus hervor, viele öffentlich, andere diskreter. Fast alle nehmen Bezug auf einen ständigen Kampf bis zum Tod mit den Juden. Einer der angesehensten islamischen Theologen, Yussuf al-Qardawi, sagte z.B. 1989 einer riesigen Zuhörerschaft bei einem Treffen in Kansas City: „In der Stunde des Gerichts werden die Muslime gegen die Juden kämpfen und sie töten.“
Die amerikanischen Muslime konzentrieren sich auf zwei Hauptthemen. Das eine betrifft die Notwendigkeit Israel zu vernichten. Fundamentalistische Gruppen schließen sich eng an die Sache der Hamas und des Islamischen Jihad an, feiern, was diese erreichen und teilen ihre mörderische Haltung gegenüber den Juden. Redner auf ihren Treffen rufen regelmäßig die Zuhörerschaft zur Hilfe bei der Eliminierung der jüdischen Präsenz von dem auf, was sie Palästina nennen; die Verkündung einer terroristischen Aktion gegen Israelis ruft bei einem muslimischen Treffen ungehemmten Jubel hervor.
Das zweite Thema betrifft die Notwendigkeit, mehr Schlagkraft als die amerikanischen Juden zu gewinnen. Amerikanische Muslime erklärten wiederholt ihre Absicht mit den Juden gleich zu ziehen und sie zu überholen; sie betrachten fast jeden Bereich ihrer politischen Existenz in den USA – Bevölkerungsanteil, Geldbeschaffungsmöglichkeiten, Einfluss in Washington – in Begriffen dieses Wettbewerbs. Diese Ambition spiegelt sich in der Meinung des Intellektuellen Ali Mazrui, dass „im nächsten Jahrhundert die Muslime genauso einflussreich in der Beeinflussung der Politik sein werden wie die Juden“.
Die „Nation of Islam“
Was die Konvertiten angeht, hat sich Louis Farrakhan, Führer der „Nation of Islam“ als der führende antijüdische Ideologe etabliert. Er hat einen Eiertanz deswegen aufgeführt, aber nie seine bekannten Äußerungen von 1984 in Abrede gestellt, dass das Judentum eine „Gossenreligion“ sei und Adolf Hitler ein „sehr großer Mann“. In einer brüchtigten Rede am Kean College im November 1995 spuckte Farrakhans Stellvertreter eine Serie von Statements über die Juden aus, die einem die Sprache verschlagen. Die „Nation of Islam“ verkauft auf ihren Veranstaltungen „Die Protokolle der Weisen von Zion“. Darüber hinaus hat die Organisation sogar eigene „Forschung“ unternommen und 1991 einen Band zusammengestellt, der „The Secret Relationship between Blacks and Jews“ (Die geheime Beziehung zwischen Schwarzen und Juden) genannt wurde und die vorgibt aufzuzeigen, dass Juden die Hauptverantwortlichen für die Versklavung der Schwarzen und ihren Transport nach Amerika waren.
Die „Nation of Islam“ hat eine weitaus größere Reichweite, deshalb sind ihre Ansichten weitaus wichtiger als die der rechtsextremen Gruppen. Anders als der Ku Klux Klan hat sie eine organisierte paramilitärische Streitmacht in Dutzenden von Städten – und hat es sogar geschafft, dafür Bundeszuschüsse zu bekommen. Anders als die Liberty Lobby holt sie regelmäßig Tausende von Zuhörern in große Arenen. Anders als die Milizmänner erscheint ihr Führer in der Öffentlichkeit Hand in Hand mit dem Bürgermeister von Philadelphia. Anders als die Aryan Nation hat sie einen Patron aus dem Ausland (Mu’ammar al-Gaddhafi von Libyen), der ihr eine Milliarde Dollar angeboten hat, um die amerikanischen Muslime zu organisieren und sie dazu zu bringen „ihre Stimmen für einen Kandidaten abzugeben, der den Arabern dient“.
Folgen
Antisemitismus, historisch ein christliches Phänomen, ist nun hauptsächlich ein muslimisches Phänomen – und das nicht nur im Nahen Osten, sondern auch hier bei uns in den Vereinigten Staaten. Muslime sind heute die lebhaftesten und unverhülltesten Antisemiten; sie sind es, die bei uns am meisten zum Judenhass beitragen. Muslime reden in Begriffen eines offenen Antisemitismus, die kaum irgendwo anders im Westen zu finden sind. Die Sendung von Auszügen aus Hitlers „Mein Kampf“ in Radio Islam in Schweden führte dazu dass Ahmed Arami sechs Monate in einem schwedischen Gefängnis verbrachte.
Das hat für Juden verschiedene Auswirkungen. Erstens: So, wie die muslimische Bevölkerung in den Vereinigten Staaten wächst, wächst auch der Antisemitismus (ganz zu schweigen von einem damit zusammenhängenden Phänomen, dem Antichristianismus). Zweitens: Amerikanische jüdische Organisationen sollten weniger von ihren Ressourcen auf die christliche Rechte verwenden und mehr davon auf den fundamentalen Islam. Das Schulgebet ist weitaus weniger ein Thema als die Atmosphäre unverhohlener Feindseligkeit und potenzieller Gewalt gegen Juden.
Drittens: Das institutionelle Übergewicht von Fundamentalisten in den USA machen es den amerikanischen jüdischen Organisationen extrem schwer, konstruktive Beziehungen zu muslimischen Gegenüber aufzubauen, da sämtliche wichtigen islamischen Gruppierungen fundamentalistisch sind, möglicherweise mit der Ausnahme der Bewegung von W. Deen Mohammed. Angesichts der Wahl, sich mit Fundamentalisten zusammenzusetzen oder mit niemandem, sollten die jüdischen Organisationen die zweite Möglichkeit wählen. Andernfalls laufen sie Gefahr, ihre schlimmsten Feinde zu legitimieren.
Wie ich zur “unbewussten Faschistin” wurde
Fiamma Nirenstein, Jewish World Review, 15. Juli 2003
Original: How I became an 'unconscious fascist'
1967 war ich eine junge Kommunistin, wie die meisten italienischen Jugendlichen. Von meinem rebellischen Verhalten gelangweilt, schickten mich meine Eltern in einen Kibbutz in Obergaliäa, Neot Mordechai. Ich war dort recht zufrieden; der Kibbutz gab jeden Monate etwas Geld an den Vietcong. Als der Sechs-Tage-Krieg begann, sprach Mosche Dayan im Radio um in zu verkünden. Ich frage: „Was sagt er?“ und die Kameraden von Neot antworteten: „Schtuyot“ – dummes Zeug. Wärhend des Krieges brachte ich Kinder in Bunker; ich hob Gräben aus; und ich lernte ein wenig zu schießen und etwas Selbstverteidigung. Wir arbeiteten weiter in den Obstgärten, konnten aber auch schnell die eindringenden MiGs und die dagegen haltenden Mirages erkennen, die einander am Himmel über den Golanhöhen jagten.
Als ich nach Italien zurück kam, starrten mich einige meiner Mitschüler als jemand Neues an, einen Feind, eine betrügerische Person, die bald ein Imperialist sein würde. Mein Leben sollte sich verändern. Ich wusste das noch nicht, denn ich dachte einfach, dass Israel zu Recht einen Krieg gewonnen hatte, nachdem es mit einer unglaublichen Zahl von „Belästigungen“ überhäuft worden war. Aber bald stellte ich fest, dass ich die Unschuld des guten Juden verloren hatte, der ganz besonderen jüdischen Freundin, ihrer Jüdin: Ich war nun verbunden mit den Juden des Staates Israel; und bald wurde ich aus dem dedokaphonischen, psychoanalytischen Freud-Stetl mit Bob Dylan, Woody Allen, Isaac Bashevis, Philip Roth – der Clique, die mein Judentum in den Augen der Linken geheiligt hatte.
Ich habe seit Langem versucht, diese Heiligung zurückzugewinnen; sie haben auch versucht, sie mir zurückzugeben, weil wir einander verzweifelt brauchen, die Linke und die Juden. Aber der heutige Antisemitismus hat jede gute Absicht überwältigt.
Im Lauf derJahre wurden selbst Menschen wie ich, die Petitionen unterschrieben hatten, die von der IDF forderten, sich aus dem Libanon zurückzuziehen, zu „unbewussten Faschisten“, wie ein Leser meiner Worte mir in einem Brief voller Beleidigungen schrieb. In einem Buch wurde einfach geschrieben, dass ich „eine leidenschaftliche Frau sei, die sich in Israel verliebt habe und Jerusalem mit Florenz verwechsle“. Ein Palästinenser sagte mir, da ich die Dinge so anders als die Mehrheit sehe, das einfach bedeute, dass mein Gehirn nicht allzu gut arbeitet. Ich wurde auch eine grausame und unsensible Menschenrechts-Verweigerin genannt, die sich überhaupt nicht um das Leben der palästinensischen Kinder kümmere. Ein berühmter israelischer Autor sagte mir am Telefon vor einigen Monaten: „Du bist wirklich rechtsextrem geworden.“ Was? Rechtsextrem? Ich? Eine alte, feministische Menschenrechts-Aktivistin, die sogar Kommunistin war, als sie jung war? Nur, weil ich den arabisch-israelischen Konflikt so genau beschrieb, wie ich konnte und weil ich mich manchmal mit einem Land identifizierte, das ständig von Terror angegriffen wurde, wurde ich zur Rechtsextremen? Wenn man in der gegenwärtigen Welt, der Welt der Menschenrechte, jemanden rechtsextrem nennt, ist das der erste Schritt zu seiner oder ihrer Delegitimisierung.
Die Linke segnete die Juden als „das“ Opfer schlechthin, ein immer großartiger Partner im Kampf für die Rechte der Schwachen gegen die Bösen. Als Gegenleistung dafür, dass man sie verhätschelte, veröffentlichte, filmte, als Künstler betrachtete, als Intellektuelle und moralische Richter, gaben die Juden selbst während der sowjetischen antisemitischen Verfolgungen der Linken moralische Unterstützung und luden sie ein, mit ihnen an Holocaust-Mahnmalen zu weinen. Heute ist das Spiel eindeutig vorbei. Die Linke hat sich als echte Wiege des zeitgenössischen Antisemitismus verwiesen.
Wenn ich von Antisemitismus spreche, spreche ich nicht von legitimer Kritik am Staat Israel. Ich spreche von purem Antisemitismus: Kriminalisierung, Stereotype, besondere und unspezifische Lügen, die zwischen Lügen über die Juden (verschwörerisch, blutdürstig, die Welt dominierend) und Lügen über Israel (verschwörerisch, unbarmherzig gewalttätig) geschwankt sind, was am Stärksten seit Beginn der zweiten Intifada im September 2000 verbreitet wird und seit der Operation Chomat Magen (Schutzschild), als die IDF als Antwort auf den Terrorismus wieder in die palästinensischen Städte einzog, immer wilder wird.
Der Grundgedanke des Antisemitismus, heute wie schon immer, ist, dass die Juden eine pervertierte Seele haben, die sie als moralisch minderwertige Menschen unfähig macht, normale Mitglieder der Menschheitsfamilie zu sein. Heute hat sich diese Untermenschen-Ideologie auf den jüdischen Staat verschoben: ein abgeteilter, ungleicher, grundsätzlich bösartiger Fremder, dessen nationale Existenz langsame aber sicher ausgeleert und dem seine Rechtmäßigkeit vorenthalten wird. Israel, wie der klassische Jude, hat entsprechend dem zeitgenössischen Antisemitismus kein Geburtsrecht, sondern lebt in seiner „Ursünde“, die es gegen die Palästinenser verübt hat. Israels heldenhafte Geschichte ist eine Geschichte der Arroganz geworden.
Heutzutage konzentriert sich Berichte viel mehr auf das Deir Yassin-Massaker als auf die Gründung und Verteidigung des Kibbutz Degania; mehr auf die Leiden der palästinensischen Flüchtlinge als auf die Überraschung, fünf Armeen zu erleben, die Israel das Existenzrecht absprechen, nachdem es von der UNO gegründet wurde; viel stärker auf die jüdischen Untergrundorganisationen, wie Lechi und die Irgun, statt auf die heldenhafte Schlacht entlang des Wegs nach Jerusalem. Die Karikatur des bösen Juden wird in die Karikatur des bösen Staates verwandelt. Und so trägt der traditionell hakennasige Jude ein Gewehr und bringt genüsslich arabische Kinder um.
Auf den Titelseiten der europäischen Zeitungen kaut Scharon palästinensische Kinder und kleine Jesusse in Wiegen werden durch israelische Soldaten bedroht. Diese neuer Antisemitismus hat sich in beispielloser phsysischer Gewalt gegen jüdische Personen und Symbole materialisiert und kommt von Organisationen, die sich offiziell den Menschenrechten verschrieben haben. Seinen Höhepunkt fand das auf dem UN-Gipfel in Durban, als Antisemitismus offiziell zum Banner der neuen säkularen Religion der Menschenrechte wurde und Israel und die Juden ihr offizieller Feind wurden.
Die Juden – und die internationalen Gemeinschaft im Allgemeinen – hat es unerwartet erwischt und sie haben es versäumt den neuen Trend des Antisemitismus anzuprangern. Niemand ist schockiert, wenn Israel heute täglich ohne Erklärung vorgeworfen wird, es benutze übertriebene Gewalt, verübe Gräueltaten, sei grausam. Jeder ist gequält von der Notwendigkeit, schmerzliche Angriffe gegen Terrornester durchzuführen, die sich oft mitten unter Familien und Kindern befinden. Aber jedes Land hat das Recht sich zu verteidigen. Nur den Juden der Geschichte ist das Recht auf Selbstverteidigung verweigert worden, und so ist es heute noch.
Warum wird der Krieg gegen den Terrorismus oft als strategisches Problem betrachtet, das die Welt noch lösen muss (siehe den US-Krieg gegen Afghanistan und den Irak) und Israel wird behandelt wie ein schuldiger Angeklagter, weil es den Terrorismus bekämpft? Ist es nicht Antisemitismus, wenn man so tut, als ob Juden still und leise sterben müssten? Warum wird Israel offiziell von der Menschenrechtskommission in Genf beschuldigt Menschenrechte zu verletzen, während China, Libyen, der Sudan nie auch nur ein einziges Mal beschuldigt wurden? Warum wird Israel ein fester Platz in Regionalgruppen der UNO verweigert, während Syrien im Sicherheitsrat sitzen darf? Warum kann jeder an einem Krieg gegen den Irak teilnehmen, außer Israel, trotz der Tatsache, dass Saddam Israel immer mit vollständiger Vernichtung gedroht hat? Wenn souveräne Staaten und Organisationen Israel mit dem Tod drohen, warum bringt das nie jemand in der UNO auf? Ist Italien von Frankreich oder Spanien bedroht worden wie diese iranischen Führer, die offen sagen, dass sie Israel mit einer Atombomber vernichten werden? Und was wird gesagt, wenn ein großer Teil der Zeitungen, Fernseh- und Radiosender und Schulbücher der Welt empfiehlt, die Juden aus Israel hinauszuwerfen und überall in der Welt durch terroristische Bomber zu töten? Sie internationale Gemeinschaft betrachtet das nicht als Problem. Israel ist ein „Unterstaat“, dem die Grundrechte jeden anderen Staates verweigert werden, in Ehre und Frieden zu existieren. Der jüdische Staat ist nicht gleichwertig.
Wie die mythische Medusa hat dieser neue Antisemitismus ein Gesicht, das jeden versteinert, der ihn ansieht. Die Menschen wollen das nicht zugeben, nicht einmal beim Namen nennen, weil das zu tun das Wesen seine Täters und seines Opfers enthüllt. Nicht einmal Juden wollen einen Antisemiten beim Namen nennen, weil sie den Bruch alter Bündnisse fürchten. Weil die Linken eine genau Vorstellung davon haben, wie ein Jude zu sein hat, fragen sie, wenn Juden ihrer Vorschrift nicht entsprechen: Wie kannst du nur anders sein, nicht der Jude, den ich verlange? Terror bekämpfen? Scharon wählen? Bist du verrückt? Und hier ist die Antwort der Juden und Israelis dieselbe. Wir sind immer noch sehr scheu, sehr besorgt wegen eurer Zuneigung. Statt also zu fordern, dass Israel eine gleichwertige Nation wird und dass Juden gleichberechtigte Bürger der Welt werden, ziehen wir es vor, Schulter an Schulter mit euch zu stehen, selbst wenn ihr mit Hunderten und Tausenden antisemitischer Statements aufwartet. Wir zeihen es vor, mit euch an Holocaust-Denkmälern zu stehen und den alten Antisemitismus zu verfluchen, während ihr Israel – und damit die Juden – anklagt rassistische Killer zu sein.
Nehmen wir ein gut bekanntes Beispiel: Ein berühmter italienischer Journalist, früher Direktor des Corriere della Sera, wurde zum Präsidenten der RAI ernannt, was ein sehr wichtiger Posten ist. Die RAI ist ein Empire, das die öffentliche Meinung Italiens formt und Millionen von Dollars verwaltet. Der Nachname des Kandidaten, Mieli, ist ein jüdischer.
Mieli ist ein weithin anerkannter Journalist und Historiker, der sich eines enormen und sehr verdienten Prestiges erfreut. Noch in der Nacht, als er ernannt wurde, wurden die Mauern der RAI-Zentrale mit Graffitis gefüllt.
RAI steht für „Radio Televisione Italiana“ – Italienisches Radio und Fernsehen. Die Graffiti-Autoren schrieben das Wort „raus“ darüber. Sie malten einen Davidstern über das A von „RAI“ und verwandelten die Abkürzung in „Radio Televisione Israeliana“ – Israelisches Radio und Fernsehen. Der Satz ist eine perfekte Kreuzung dessen, wovon wir reden. „Raus“ und die Benutzung des Davidsterns sind klassische Zeichen des traditionellen antisemitischen Verachtung und des Hasses; die Worte „Radio Televisione Israeliana“, Israel in das Zentrum des Bildes zu setzen, ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass Israel der Fokus des linken antisemitischen Hasses von heute ist.
Überraschenderweise – oder vielleicht vorauszusehen – verursachte dieser eklatante Ausdruck des Antisemitismus sehr wenig Reaktion der italienischen Behörden wie auch der italienischen jüdischen Gemeinde. Die Aggression gegen einen solch berühmten Intellektuellen und seine Bedrohung ließen schwache Ausrufe in unterdrücktem Ton und wurde wie ein unbedeutender Fall einer Debatte behandelt, die sich auf wichtigere Dinge konzentriert, wie das Management der RAI und ihrer politischen Bedeutung.
Eine andere bedeutungsvolle Episode: Eine Gruppe Professoren der Ca Foscari Universität, einer Prestige trächtigen venezianischen Institution, unterzeichnete eine Petition, die forderte israelische Professoren und Forscher zu boykottieren. Der Inhalt des Dokuments ist völlig bedeutungslos, aber die Reaktion, die es in der jüdischen Gemeinde provozierte, ist sehr interessant.
Ein prominenter venezianischer Jude sagte, nach seiner Meinung befragt: „Sie begehen einen schweren Fehler. Diese Professoren erkennen nicht, dass sie mit ihrem Boykott Scharons Politik stärken.“
Eine solch absurde Reaktion ist deutlicher Beleg für das Versagen der jüdischen Welt, diesen völlig neuen, sich auf den Staat Israel konzentrierenden Typ des Antisemitismus zu verstehen. Ein weiteres Dokument, diesmal der Brief einer Gruppe Professoren der Universität von Bologna „an ihre jüdischen Freunde“, der mit einer sehr großen Zahl von Unterschriften veröffentlicht wurde.
Hier ein Auszug: „Wir haben das jüdische Volk immer als intelligent und sensible angesehen, denn es ist ausgewählt worden (das stimmt: ausgewählt!) durch die Leiden der Verfolgung und Erniedrigung. Wir haben Schulfreunde und einige jüdische Studenten, denen wir geholfen und die wir ausgebildet haben, die wir auf akademisches Niveau brachten und von denen heute viele an israelischen Universitäten lehren. Wir schreiben, weil dir das Gefühl haben, dass unsere Liebe und Anerkennung für euch wird in eine brennende Wut verwandelt... Wir galuben, dass viele Menschen, auch außerhalb der Universität, genauso fühlen. Ihr müsst erkennen, dass das, was euch in der Vergangenheit angetan wurde, ihr jetzt den Palästinensern antut... Wenn ihr diesen Weg weiter geht, wird der Hass auf euch in der ganzen Welt wachsen.“
Dieser Brief ist eine ausgezeichnete Zusammenfassung aller Charakteristika des neuen Antisemitismus. Da ist die präzionistische Definition des jüdischen Volkes als dem, das leidet, der Natur nach leiden muss, ein Volk, das die schlimmste Verfolgung ohne einen Finger zu heben, tragen muss, und es daher des Mitgefühls und der Solidarität wert ist.
Und da gibt es den etablierten, demokratischen, militärisch starken und wirtschaftlich florierenden Staat Israel, der die Antithese dieses Stereotyps ist. Der „neue Jude“, der versucht nicht zu leiden, und der, darüber hinaus, sich verteidigen kann und will, verliert auf der Stelle in den Augen der Linken all seinen Charme.
Das war anders, bevor die Landkarte des Nahen Ostens vom Kalten Krieg rot gemalt und Israel zum verlängerten Arm des amerikanischen Imperialismus erklärt wurde. Das neu geborene Israel war bis zum Krieg von 1967 auf einer Ideologie aufgebaut, die es der Linken erlaubte und sie sogar dazu verpflichtete, auf die Juden stolz zu sein und die Juden, stolz auf die Linke zu sein, sogar, als die Israelis schwierige Kriege führten und gewannen.
Die Juden, die die nazi-faschistische Verfolgung überlebten, die Verfolgung der Rechten, schufen einen sozialistischen Staat, der von den Werten der Linken inspiriert war – Arbeit und Kollektivismus – und dadurch wieder die Linke als Schutz der Opfer weihte.
Im Austausch dafür wurde den Juden Legitimation garantiert. Aber Fakt war, dass die Juden für die Linke von enormer Wichtigkeit waren. Das Volk von Israel war ein lebender Vorwurf des Antisemitismus, der den Holocaust markierte, den nazi-faschistischen Antisemitismus; und nun bauten sie Kollektiv-Farmen auf und eine omnipotente Gewerkschaft! Zu einem gewissen Grad gab das dem stalinistischen Antisemitismus Absolution oder weitaus weniger Bedeutung, als er wirklich hatte. Die Juden wurden für die Linke unentbehrlich: betrachten wir den leidenschaftlichen und väterlichen Ton der Professoren aus Bologna, als sie zu betteln scheinen: „Kommt zurück, unsere lieben Juden. Seid wieder unser. Lasst uns Israel gemeinsam verfluchen und dann gemeinsam eine Reise zu den Holocaust-Mahnmalen unternehmen.“
Aber der Widerspruch ist selbst ontologisch untragbar geworden: Wie kann man mit den Überlebenden um Juden weinen, die von den Nazis getötet worden, wenn die lebenden Juden beschuldigt werden, selbst Nazis zu sein? In einer europäischen Radiosendung sagte jemand nach der Verbreitung der Bilder von Mohammed al Dura, dass Europa endlich die berühmten Bilder des Jungen im Warschauer Ghetto mit seinen erhobenen Händen vergessen könne. Die Bedeutung dieser Aussage, die in anderer Form oft wiederholt wurde, ist die Auslöschung des Holocaust durch die Überlappung von Israel und Nationalsozialismus, insbesondere Rassismus, Völkermord, gewissenlose Elimination von Zivilisten, Frauen und Kindern, ein ungerechtfertigter Ausbruch von Grausamkeit und der brutalsten Instinkte. Es bedeutet, dass man vorgibt blind, ohne nachzuforschen der palästinensischen Version einer hoch umstrittenen Episode und vielen, vielen anderen glaubt; es bedeutet, dass man die „Gräueltaten“ als gegeben hinnimmt, von denen die palästinensischen Sprecher immer reden und alle Beweise oder Fakten ignoriert, die das nicht unterstützen.
Nun, die Menschen haben – und hatten – immer die Vorurteile über Juden als gegeben betrachtet; jeder darf denken, was er will. Aber wir, die Juden, müssen unser moralisches Recht behalten, solche Leute zur Rechenschaft zu ziehen: in unseren Augen werden sie schlicht und einfach Antisemiten sein. Wir werden ihnen sagen müssen: Wenn du lügst oder Vorurteile und Stereotype gegen Israel und die Juden benutzt, dann bist du ein Antisemit und ich werde dich bekämpfen.
Wer dürfen uns von den Professoren nicht einschüchtern lassen, die uns in ihrem Brief sagen: „Wir haben euch armen Juden geholfen, als ihr nichts hattet, eine nicht existente Nation ward, in der Diaspora und in Israel, damit ihr am Leben bliebt. Ohne uns seid ihr nichts. Und deshalb seid vorsichtig: Wenn ihr mit eurem Verrat weiter macht, werden wir euch auslöschen. Ihr existiert nicht, wenn ihr euren Platz nicht kennt und euer Platz ist nirgendwo.“ Sie werden sagen, dass das eine legitime Kritik am Staat Israel ist: Die Wahrheit ist, dass ein großer Teil dieser Kritik schlicht Lügen sind, so wenn Suha Arafat behauptet, dass Israel palästinensisches Wasser vergiftet oder wenn Arafat behauptet, dass Israel abgereichertes Uran gegen das palästinensische Volk einsetzt und dass israelische Soldatinnen nackt vor palästinensischen Kriegern auftauchen um sie zu verwirren. Es ist genau dasselbe, als wenn man sagt, dass die israelische Armee absichtlich auf Kinder oder Journalisten schießt.
Als Journalistin muss ich den bedeutenden Beitrag erwähnten, den die Massenmedien an diesem neuen Antisemitismus haben. Seit dem Beginn der Intifada, haben Feiheitskampf-Journalisten, die in den Che Guevara- und Fedayin-Universitäten aufwuchsen, dem israelisch-palästinensischen Konflikt eine der einseitigsten Berichterstattung in der Geschichte des Journalismus angedeihen lassen. Hier sind die Hauptprobleme, die zu verzerrter Berichterstattung über die Intifada führten:
Die aufgeführten Punkte deuten alle in eine Richtung: Durban.
Hier wählten die Menschenrechtsbewegungen, die wir später auf den Straßen finden werden, um gegen den Krieg im Irak zu demonstrieren, hier wählten sie Israel zu ihrem Hauptziel und –feind. Diese Wahl stellt einen großen Erfolg für die palästinensische Propaganda dar, aber auch ein sehr ernstes Signal der Schwäche der Bewegungen selbst. Die ideologisch und politisch in die Ecke gedrängte Linke suchte es sich aus, einen sehr kontroversen und sektorisierten, vom Terrorismus stark vermarkteten Kampf als universell zu übernehmen. Eine Linke, die nicht in der Lage ist, dem kapitalistischen Globalisierungssystem entgegen zu treten, entschied sich, den Staat Israel zu ihrem Hauptziel zu machen. Kurz gesagt: Die Linke entschied sich, Israel für das zahlen zu lassen, was sie nach ihrer Meinung Amerika zahlen sollte. Ist das nicht wirklich feige?
Dazu gibt es die Frage, wie die UNO ihre empörende Politik diesem Prozess geholfen hat und wie Europa ihn wegen seines alten Schuldgefühls gegenüber Israel und seines Hasses auf die USA, Israels Freund und Verbündeten, hat kochen lassen. Die Behandlung allein dieser Frage würde ein ganzes Buch füllen.
Diesen neuen Menschenrechts-Antisemitismus zu anzuprangern, ist eine psychologisch sehr mühsame Aufgabe für Israel und die Diaspora-Juden.
Sie wird noch schwerer dadurch, dass es zwischen den Juden und der Linken eine Trennung gibt, die von den zweiten nicht gewollt ist. Die Linke will weiterhin als Paladin der guten Juden betrachtet werden. Sie gibt vor, weiterhin die im Holocaust getöteten Juden zu betrauern, mit den Juden Schulter an Schulter zu weinen. Sie tut das, weil ihr das die moralische Autorität gibt, eine Sekunde später hinzugehen und von den „Gräueltaten“ Israels zu reden. Nachdem sie über die „Gräueltaten“ Israels geschrieben haben, werden die guten, europäischen Linken lebhaft mit dir über die faszinierende Stetl-Kultur und die Süße von Gerichten aus der marokkanisch-jüdischen Küche reden.
Bis wir diese Stille durchbrechen, geben wir, die Juden, ihnen die Erlaubnis uns das Recht auf eine eigene Nation zu verweigern und unser Volk gegen den nicht dagewesenen Antisemitismus zu verteidigen.
So, wie es Israel verflucht, preist die Linke der Menschenrechte, des Pazifismus, des Protestes gegen die Todesstrafe, Krieg, Rassen- und Geschlechter-Diskriminierung auch die Selbstmord-Terroristen und die Karikaturen von Scharon im „Stürmer“-Stil. Und keiner ihrer Leute wird sich je als menschlichen Schutzschild in ein israelisches Café oder in einen Jerusalemer Bus setzen.
Und doch hat dieser neue Antisemitismus ein merkwürdiges Charakteristikum: Er erlaubt Wandel. Diese Art des Antisemitismus ist, anders als der Nazi-Antisemitismus, eher wie der ältere, theologische Antisemitismus, denn er gibt den Juden die Wahl, auf den Teufel (Israel oder manchmal auch Scharon) zu verzichten. Wer immer ein Gefühl der Abscheu gegenüber Israel ausdrückt, dem wird wieder erlaubt, den Fuß in die zivile Gesellschaft zu setzen, die des gesunden Menschenverstandes, der zivilisierten Konversation, der Gruppen der guten Menschen, die voller guten Willens sind, die für die Menschenrechte kämpfen.
Wenn wir etwas bekommen wollen, wenn wir uns entscheiden, dass es Zeit ist zu kämpfen, dann müssen wir auf die „liberalen“ Hochstapler verzichten. Wir müssen wissen, wie wir zu sagen haben, dass die freie Presse ein Fehlschlag ist, wenn sie lügt, und dass sie lügt. Wir müssen sagen, dass alle Menschenrechte verletzt werden, wenn einem Volk das Recht auf Selbstverteidigung verweigert wird – dieses Recht wird Israel verweigert. Menschenrechte werden auch verletzt, wenn eine Naiton systematischer Diffamierung ausgesetzt und zu einem legitimen Ziel für Terroristen gemacht wird. Wir müssen das aufhalten, was wir akzeptiert haben, seit der Staat geboren wurde, insbesondere, dass Israel in der internationalen Gemeinschaft als ein anderer Staat angesehen wird.
Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt ist, dass von allen der jetzt benutzten Parameter des Antisemitismus, einer der Verwirrung um „Israeli“ und „Jude“ ist. Es wird davon ausgegangen, dass es falsch ist anzudeuten, dass die Juden im Interesse des Staates Israel und nicht ihres eigenen handeln. Je mehr ein Land die beiden Begriffe durcheinander bringt, als desto antisemitischer wird es angesehen; daher sollte man meinen, dass die Juden dieses Vorurteil bekämpfen.
Das ist ein schwerer konzeptioneller Fehler. Da der Staat Israel und mit ihm die Juden das Objekt der schlimmsten Sorte Vorurteile geworden sind, sollten Juden es als Wert und Ehre betrachten, überall mit Israel identifiziert zu werden.
Sie sollten diese Identifizierung mit Stolz geltend machen.
Wenn Israel der Fokus der antisemitischen Angriffe ist – und das ist es in der Tat –, dann muss unsere Aufmerksamkeit sich darauf konzentrieren. Wir müssen den moralischen Charakter der Person, mit der wir sprechen, auf dieser Grundlage messen: wenn du zu Israel lügst, wenn du es mit Einseitigkeit überziehst, dann bist du ein Antisemit. Wenn du Vorurteile gegen Israel hegst, dann bis du gegen die Juden.
Das bedeutet nicht, dass Kritik an Israel und seiner Politik verboten ist. Aber nur wenig von dem, was wir über Israel hören, hat mit verständlicher Kritik zu tun. Vorurteil und Einseitigkeit, nicht Scharons Persönlichkeit, ist der Hauptgrund für Kritik. Die selbst ernannten Kritiker sind nicht die gut meinenden Gesprächspartner für die Juden, als die sie sich ausgeben. Also müssen wir ihnen sagen: Ab jetzt könnt ihr den Menschenrechts-Ausweis nicht mehr kostenlos benutzen, ihr könnt keine falschen Stereotype benutzen. Ihr müsst beweisen, was ihr behauptet: dass die Armee rücksichtslos arme arabische Dörfer stürmt, die nichts mit dem Terrorismus zu tun haben; dass sie Kinder absichtlich beschießt, dass sie Journalisten mit Vergnügen tötet. Das könnt ihr nicht? Ihr nennt Jenin ein Abschlachten? Dann seid ihr antisemitisch, genau so, wie die alten Antisemiten, die ihr zu hassen vorgebt. Ihr müsst mich überzeugen, dass ihr nicht antisemitisch seid, wo wir jetzt wissen, dass ihr Terrorismus nicht verurteilt, dass ihr nie ein Wort gegen die zeitgenössischen Karikaturen hakennasiger Juden mit einem Sack voller Dollars in der einen und einem Maschinengewehr in der anderen Hand gesagt habt.
Israel ist durch den neuen Antisemitismus geschockt. Alle Theorien, die behaupteten, der klassische Antisemitismus würde mit der Gründung des Staates Israel nachlassen und auf lange Sicht würde er ausgelöscht, sind vernichtet worden. Israel ist darüber hinaus die Summe allen Bösen geworden, der Beweis, dass die Protokolle und Ritualmord-Vorwürfe richtig waren. Die Palästinenser werden zu Jesus gemacht, gekreuzigt; der Krieg der USA im Irak oder in Afghanistan ist Teil des jüdischen Plans zur Dominierung der Welt. Juden in der ganzen Welt werden bedroht, geschlagen, sogar getötet und zahlen so den Preis für die Existenz Israels.
Für Israel und die Juden ist heute nur eines sicher: Da die Juden heute ihre eigenen Mittle zur Verteidigung haben, ist ein neuer Holocaust nicht länger möglich. Wir müssen aber noch von dem Gedanken unserer möglichen physischen Eliminierung zu der möglichen moralischen Eliminierung kommen. Die einzige Möglichkeit, dieser Bedrohung zu begegnen, ist furchtlos zu kämpfen, auf unserem eigenen Gebiet, unter Benutzung aller historischen und ethischen Waffen, die Israel besitzt. Ohne Scham, ohne Furcht und ohne Schuldgefühl.
Israel hat die Chance sich als das zu erweisen, was es wirklich ist: der Außenposten des Kampfs gegen den Terrorismus und der Verteidigung der Demokratie. Das ist nicht wenig. Aber wir Juden posieren als Opfer und schrecken vor dieser Chance zurück, weil sie zu nutzen uns in Konflikt mit unseren alt hergebrachten Förderern und ihre Legitimation bringt. Wir müssen erkennen, das die Legitimierung in Wirklichkeit in unseren eigenen Händen liegt und wir sie nie genutzt haben.
Die Parole der Juden sollte „jüdischer Stolz“ sein – in dem Sinn von Stolz auf unsere Geschichte und nationale Identität – wo immer wir uns befinden.
Jüdischer Stolz bedeutet, dass wir die einzigartige Identität des jüdischen Volks und seines Existenzrechts in Anspruch nehmen müssen. Wer müssen handeln, als sei das nie anerkannt worden, denn heute wird es – einmal mehr – nicht weiter anerkannt. Bei der Verteidigung dieser Identität müssen wir, wie Hillel Halkin sagt, so hart wie möglich sein und so liberal wie sonst niemand.
Weder rechts noch links: Wir werden der Linken nicht die Macht geben zu entscheiden, wo wir stehen. Wir werden unsere Bündnisse selbst bestimmen, entsprechend der tatsächlichen Standpunkte unserer möglichen Partner.
Mortimer B. Zuckerman, Jewish World Review, 29. Oktober 2003
„All die Ismen“, sagte einmal ein englischer Witzbold, „sind warmals.“1 Nun, nicht ganz. Im 20. Jahrhundert kam der Faschismus und ging wieder. Der Kommunismus kam und ging. Der Sozialismus kam und ging zurück. Aber heute bewohnen immer noch einige virulente „Ismen“ die Welt. Zu den bösartigsten gehören ein atavistischer Antisemitismus und seine Version für das 20. Jahrhundert, der Antizionismus. Diese „Ismen“ sind wie Graffiti auf der Wand der Geschichte, Embleme eines Gifts, das immer noch mächtig und unbehandelt ist, bewiesen erst jüngst durch die Bemerkungen des malaysischen Premierministers Mahathir Mohammed, der sagte: „Heute beherrschen die Juden die Welt durch Stellvertreter. Sie bringen andere dazu für sie zu kämpfen und zu sterben.“
Mahathirs Worte wurden weit gehend verurteilt. Aber solche Kommentare verdecken eine tiefere Wahrheit über diesen neuen Strang des Antisemitismus, der nicht direkt einzelne Juden oder gar das Judentum selbst zielt. Er ist eher gegen den das jüdische Kollektiv, den modernen Staat Israel gerichtet.
So wie der historische Antisemitismus den einzelnen Juden das Recht verweigerte, als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft zu leben, verweigert der Antizionismus dem kollektiven Ausdruck des jüdischen Volks, dem Staat Israel, das Recht, als gleichwertiges Mitglied der Völkerfamilie zu leben. Israelische Politik ist daher einer Form von Kritik ausgesetzt, durch die es herausgepickt wird, wenn andere in ähnlichen Umständen überhaupt keine Kritik erfahren. Bei jedem anderen Land, das derart durch den Terrorismus blutet, wäre es sicher keine Frage, dass es das Recht hat sich zu verteidigen. Aber Israels Bemühungen, einfach seine Bürger zu schützen, werden regelmäßig als Aggression hingestellt.
Die Beschwerde, dass solche Darstellungen unfair und unlogisch sind, heißt nicht, dass alle Kritik an der israelischen Regierung als antisemitisch abgetan werden kann. Eine Demokratie muss Kritiker begrüßen und Israel hat seine Kritiker zu Hauf – man muss nur mal die lebhafte Presse. „Juden“, so sagte einmal ein Kommentator, „sind Goldmedaillen-Gewinner in der Kunst der Selbstkritik.“ Für viele ist aber die jüngste Kritik an Israel so pervers geworden, so hartnäckig, derart von der Realität getrennt, dass sie nur als emotionaler Antisemitismus bezeichnet werden kann, der sich hinter der hinterhältigen politischen Maske des Antizionismus verstecken.
Der neue Antisemitismus überschreitet Grenzen, Nationalitäten, Politik und Sozialsysteme. Israel ist auf sehr ähnliche Weise das Objekt von Neid und Groll geworden, wie der einzelne Jude einst das Objekt von Neid und Groll war. Israel steigt im Endeffekt zum kollektiven Juden der Nationen auf. Nach mehr als einem halben Jahr Holocaust-Erziehung, hunderten von Kursen in Schulen und Hochschulen und tausenden von Büchern, die der Aufdeckung seiner Bösartigkeit gewidmet waren, ist der traditionelle Antisemitismus als innenpolitische Frage in großen Teilen der Welt so gut wie verschwunden. „Das jüdische Problem“ wurde nicht länger durch das definiert, was mit den Juden Deutschlands, Frankreichs, Polens oder Russlands geschah. Statt dessen ist der traditionelle Antisemitismus in Europa und der muslimischen Welt – sogar in Asien – als Antizionismus neu aufgestiegen, konzentriert sich auf die Juden Israels, die Rolle Israels und , für einige, auf die Juden in den USA, die Israel unterstützen.
Dieses Phänomen hat seine Ursprünge im arabisch-israelischen Krieg von 1967. Seit damals hat sich das Image des Juden verändert. Der Wucherer ist plötzlich durch einen neuen Juden erstetzt worden, karikiert als aggressives, allmächtiges Kollektiv namens Israel. „Der Rambo-Jude“, wie Schriftsteller Daniel Goldhagen es nennt, „hat im Großen und Ganzen den Wucherer in der antisemitischen Vorstellung abgelöst.“ Mit den am Ende des Kriegs übernommenen Gebiete gab es den „schneidigen, kleinen jüdischen Staat“ nicht mehr. In den Jahren seit damals, sowie er wieder und wieder auf arabische Angriffe reagierte, erodierte die Sympathie für Israel weiter, weil die Fernsehsender der Welt nicht Bilder von Terroristen ausstrahlten, sondern von bewaffneten Israelis, die auf den Terror antworteten. Nur, dass irgendwie das Wort „antworteten“ etwas oft in dem Chaos verloren ging. Die Fernsehbilder schienen anzudeuten, dass die Israelis sich der Benutzung unverhältnismäßiger Gewalt schuldig machten, denn wie wurden selten von dem Verständnis begleitet, dass ein Land mit gerade einmal 6 Millionen in einem Meer von über 120 Millionen Araber niemals einen Krieg gleicher Abnutzung führen konnte.
Aber egal. Es ist so als glaube die Welt irgendwie, dass Israel den Pokal „Moral des Jahres“ bei seiner Verteidigung gewinnen müsse – als sei es moralisch falsch, auf die zu reagieren, die seine Vernichtung anstreben. Gibt es wirklich keinen Unterschied zwischen der Gewalt der Mörder, die Unschuldige angreifen und der unveräußerlichen, gesetzestreuen Staatsgewalt? Sind die Brandstifter und die Feuerwehrleute wirklich moralisch gleichwertig? Ist Israels Herangehen, bei dem versucht wird, die Zahl der zivilen Opfer möglichst gering zu halten, das gleiche wie das der Terroristen, die ein möglichst hohe Zahl genau dieser Opfer haben wollen?
Solche Fragen werden durch eine nicht da gewesene Umschreibung der Geschichte verursacht: arabische Terroristen haben es unglaublicherweise geschafft, mehr Sympathie zu erhalten als ihre Opfer. Die Juden, nach der Erfahrung des Völkermords in Europa, sind heute die des Völkermords Angeklagten auf dem harten Boden der Westbank und des Gazastreifens. Das Vokabular der Beschuldigungen stellt die Juden als die Nazis da und ihre arabischen Feinde als die hilflosen Juden. Die schlimmsten Verbrechen der Antisemiten der Vergangenheit – rassistische und ethnische Säuberung, versuchter Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit – werden nun zunehmend den Juden und dem jüdischen Staat zugeschrieben. Es wird argumentiert, wenn du gegen den Nationalsozialismus bist, dann musst du in Opposition zu Israel sein. Auf diese Weise ist israelische Verteidigung in Aggression verwandelt worden. Als tragische Konsequenz davon ist die Zeit der Aussöhnung, die zwischen Israel und der Welt nach dem Holocaust herrschte, vorbei. In großen Teilen der Nachrichtenmedien der Welt und in ihren elitären Gemeinschaften gibt es als Folge ein Muster der Delegitimisierung Israels.
Amerikaner, die den skurrilen Antisemitismus als gegeben hinnehmen, der routinemäßig in der arabischen Presse erscheint, könnten erstaunt sein über das, was nun in der kultivierten europäischen Presse auftaucht. In England schrieb der „Guardian“, dass „Israel kein Recht hat zu existieren“. „The New Statesman“ brachte eine Story mit dem Titel „Eine koschere Verschwörung“, illustriert mit einem Deckblatt, das einen goldenen Davidstern zeigt, der den Union Jack durch sticht. Die Geschichte deutet an, dass ein zionistisch-jüdischer Kabbalist versucht, die britische Presse auf die Linie der Sache Israels zu bringen. In Frankreich veröffentlichte die Wochenzeitung „Le Nouvel Observateur“ eine außerordentliche Verleumdung, in der behauptet wurde, israelische Soldaten vergewaltigten palästinensische Frauen, damit ihre Verwandten sie töten, um die Familienehre wieder herzustellen. In Italien sprach der „L’Osservatore Romano“ im Vatikan von Israels „Aggression, die sich in Ausrottung wandelt“, während „La Stampa“ auf Seite 1 eine Karikatur brachte, in der ein mit einem jüdischen Stern verzierter Panzer seine Kanone auf einen Jesus-Säugling richtet, der schreit: „Sie wollen mich doch sicher nicht noch einmal umbringen!“
In ganz Europa war das Ergebnis nicht nur verbale, sondern auch physische Gewalt. Ein Bericht aus dem letzten Jahr, veröffentlicht vom „Lawyers Committee for Human Rights“ (Komitee der Rechtsanwälte für die Menschenrechte) mit dem Titel „Feuer und zerbrochenes Glas“ beschreibt die europaweiten Übergriffe auf Juden und Menschen, die für Juden gehalten wurden. Angreifer, die rassistische Slogans rufen, Steine auf Schulkinder werfen, auf Beter, auf Rabbis. Jüdische Häuser, Schulen und Synagogen, die in Brand gesetzt werden sollten. In nur ein paar Wochen im letzten Frühjahr wurden französische Synagogen und jüdische Schulen, Schüler und Häuser angegriffen und mit Brandsätzen beworfen. Eine Synagoge in Marseilles wurde bis auf die Grundmauern nieder gebrannt. In Paris wurden Juden durch Gruppen von Kapuzenmännern angegriffen. Die Polizei berichtet, dass die Pariser Innenstadt in den ersten Monaten nach Ostern rund ein Dutzend antijüdische Vorfälle pro Tag erlebte.
Und die Gewalt geht weiter. In der Ukraine griffen Skinheads jüdische Arbeiter und den Direktor einer jüdischen Schule. In Holland skandierten Demonstranten mit Hakenkreuzen und Fotos von Israel „Sieg Heil!“ und „Juden ins Meer!“ In Saloniki wurde das Holocaust-Denkmal mit pro-palästinensischen Graffiti entstellt. In der Slowakei wurden Brandsätze auf jüdische Friedhöfe geworfen. In Berlin wurden Juden angegriffen, Hakenkreuze auf jüdische Denkmäler geschmiert und eine Synagoge mit den Worten „6 Millionen sind nicht genug“ besprüht.
In der muslimischen Welt durchdringt eine Kultur des Hasses auf die Juden alle Formen der öffentlichen Kommunikation – Zeitungen, Videos, Predigten, Bücher, das Internet, Fernsehen und Radio. Die Intensität der antijüdischen Schmähungen ist vergleichbar ihrer Blütezeit in Nazideutschland oder übertrifft sie noch. Die öffentliche Rhetorik verbindet die Ritualmord-Vorwürfe des mittelalterlichen, christlichen Europa mit den verrückten Verschwörungstheorien der Nazis, die ein Echo der berühmten Fälschung, den „Protokollen der Weisen von Zion“, sind und der aus der Luft gegriffenen Annahme des jüdischen Strebens nach Weltherrschaft. In der gesamten islamischen Welt findet man verleumderische Zitate über Juden als Söhne von Affen und Eseln. Eine führende saudische Zeitung zeigt Juden, wie sei das Blut von christlichen und muslimischen Kindern benutzen, um ihr hamanteskes Gebäck für Purim und ihre Matzen, das ungesäuerte Brot für Passah, zu backen. In dieser fundamentalistisch-religiösen Kultur werden Amerika und Israel als zwillingshafte satanische Mächte angesehen, „der große Satan“ und „der kleine Satan“, wie Irans religiöser Führer, Ayatollah Khomeini sie zu nennen pflegte.
Die Verbindung der zwei Satane ist seit dem Beginn der palästinensischen Intifada im September 2000 und den Anschlägen vom 11. September noch stärker betont worden. Haben Sie mal die Geschichte von den 4.000 Juden gehört, die im World Trade Center arbeiteten und am Morgen des 11. September nicht zur Arbeit erschienen? Diese Story wurde von der Hisbollah unter der Tarnung einer libanesischen Fernsehstation ins Internet gebracht. Diese städtische Legende hat nun in der muslimischen Welt Wurzeln geschlagen, was die Worte von W.B. Yeats in Erinnerung ruft: „Wir hatten das Herz mit Fantasie gefüttert. Das Herz ist durch diese Kost brutal geworden.“
Islamisten sehen überall die Spuren ihrer Feinde – die Fantasie, dass ein geheime und allmächtige zionistische Lobby den Arabern und Muslimen das Lebensblut entzieht und Washington gegen den Irak aufhetzt, während sie die ganze Zeit über ihre unheimlichen Pläne für die Kontrolle der Welt verwirklichten. In Ägypten wurde eine 41-teilige Fernsehserie ausgestrahlt, die in der gesamten arabischen Welt während des letzten Ramadan ausgestrahlt wurde; sie hieß „Reiter ohne Pferd“. Das Thema der Serie war, dass sei Zionisten die Weltpolitik seit dem Beginn der Geschichte kontrolliert haben und die Kontrolle über den Nahen Osten gewinnen wollen – eine Fantasie, wie Prof. Robert Wistrich von der Hebräischen Universität heraus stellte, die aus dem Deutschland der 1930-er Jahre importiert wurde.
Für Westler, die nicht von den brennenden Erfahrungen der jüdischen Geschichte unbeleckt sind, ist es schwierig zu verstehen, in welchem Ausmaß das Überleben Israel für Juden ein Thema bleibt; Juden können die überhitzte arabische Rhetorik nicht abtun, die Terrorismus gegen unschuldige Zivilisten zu rechtfertigen sucht, indem Israels Existenz als illegitim beschrieben wird. Diese Rhetorik ist das Ergebnis sorgfältiger Kalkulation arabischer Führer, die die populäre Anziehungskraft erkannten, die es hat, wenn sie ihren Völkern Israels als Sündenbock für ihr Versagen präsentieren, während sie darüber ihre eigenen Regime legitimieren.
Erfreulicherweise ergehen sich nicht alle arabischen Politiker in solch zynischen Berechnungen. Im Februar nahm ich an einem bemerkenswerten Treffen teil, das von Präsident Nursultan Nazarayev von Kasachstan einberufen wurde. Zu der Gruppe, die sich in Almaty traf, gehörten die Präsidenten der zentralasiatischen Republiken von Kirgistan und Tadschikistan, die Außenminister von Aserbaidschan und Afghanistan und der stellvertretende Außenminister der Türkei. Das Treffen wurde „Konferenz über Ordnung und Toleranz“ genannt. Während wir unsere Ansichten austauschten, fand ich mich als gespannter Zuhörer von Staatsmännern, die mit Gefühl für ihre Unterstützung des Dialogs zwischen Muslimen und Juden in einer Atmosphäre religiöser Toleranz und Verständnisses sprachen, während sie in klaren Worten Extremismus und Terrorismus verurteilten. Wenn man die Zahl der Muslime in den in Almaty vertretenen Ländern nimmt und die Zahl der Muslime in moderaten Ländern wie Indien hinzu addiert, ist das Ergebnis ein riesiger Teil der muslimischen Welt, der den Extremismus der arabischen Führung unter Israels Nachbarstaaten ablehnt.
Solche Toleranz ist leider nicht bei der Weltkörperschaft zu finden, die geschaffen wurde, um die universellen Werte und menschlichen Ideale zu pflegen – der UNO. Es ist traurig, dass das Wachstum der internationalen Feindseligkeit gegenüber Israel seinen prominentesten Ausdruck in den Handlungen der UNO gefunden hat. Es ist in der Tat lange her, dass die UNO die Legitimierung und Legalisierung der Existenz Israels und des Rechts des jüdischen Volks, einen eigenen Staat auf eigenem Land zu haben, in ihrer Resolution von 1947 mit einer Zweistaaten-Lösung vorschlug und genehmigte.
Seitdem hat die UNO fast reflexartig eine antiisraelische Haltung eingenommen, die sich der antiisraelischen Mehrheit ihrer Mitglieder zuneigt. Die UNO ist heute ein regelmäßiges Forum für heftige antiisraelische Attacken, das unter dem falschen und Hass erfüllten Deckmantel von Vernunft und Legitimität konferiert und daher eine Organisation der Konservierung, nicht der Beendung des Nahost-Konflikts geworden ist.
Einige Taten der UNO sind einfach unglaublich. Auf der in Durban (Südafrika) abgehaltenen Weltkonferenz gegen Rassismus wurde Israel – die einzige Demokratie im Nahen Osten, die sich den Menschenrechten, der Gesetzestreue und arabischer Beteiligung an einer demokratischen Regierung verschrieben hat – von arabischen und Staaten der Dritten Welt angegriffen und ihm wurden Völkermord, ethnische Säuberungen und Apartheid vorgeworfen. Dann gibt es noch die Vierte Genfer Konvention, die ursprünglich als Antwort auf die Gräueltaten des Naziregimes entworfen wurde, um Menschen wie Diplomaten und Besucher zu schützen, die einer Militärbesatzung ausgesetzt waren.
Letztes Jahr trafen sich UN-Konferenzteilnehmer und zum ersten Mal in den 52 Jahren seit ihrer Verabschiedung verurteilten ein einzelnes Land – Israel – wegen angeblicher Verstöße. Nicht Kambodscha und Ruanda mit ihrer gut dokumentierter Geschichte von Völkermord. Nicht Zimbabwe mit seiner rassistischen Politik. Nicht die Balkan-Staaten mit ihren ethnischen Säuberungen. Nicht einmal China mit seiner düsteren Geschichte in Tibet. Nur Israel wurde ausgesucht. Die UN-Kommission für Menschenrechte, der gelegentlich so bemerkenswert aufgeklärte Staaten wie Libyen vorsitzen, ist ebenfalls diesem Muster gefolgt und widmete viel von ihrer Zeit, ihrer Energie und ihren Bemühungen den Angriffen auf Israel. Die Kommission ging sogar so weit, am 15. April diesen Jahres die Legitimität von Selbstmord-Bomben gegen Israelis zu beteuern – oder urteilsfreier UNO-Sprache: „alle verfügbaren Mittle, einschließlich des bewaffneten Kampfes.“
In der arabischen Welt wird der Zionismus nicht als jüdische Antwort auf einen historischen Antisemitismus in einer Welt dargestellt, die im Holocaust ihren Höhepunkt fand, sondern als hyper-aggressive Variante des Kolonialismus. Aber da dieser neue Antisemitismus sich selbst so deutlich als politische Ablehnung des jüdischen Staates manifestiert, ist er es wert, einen Moment lang die Geschichte zu untersuchen. Fakt ist: Die Mehrheit der Juden kam im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Israel, nicht als erobernde Europäer, die von nationalen Armeen und Finanzministerien gestützt wurden, sondern als Jammergestalten der Erde auf der Suche nach einer Pause in der endlosen Verfolgung. Sie waren nicht wohlhabend; sie waren jung, arm und verzweifelt. Die Annahme, dass die traditionelle Stellung von Arabern in Palästina durch jüdische Besiedlung gefährdet ist, wird durch eine weitere Tatsache widerlegt: Als die Juden ankamen, war Palästina ein spärlich bevölkertes, wenig kultiviertes und weit gehend abgelehnter Landstrich sandiger Wüsten und Malaria trächtiger Sümpfe. Mark Twain beschrieb es in „The Innocent Abroad“ (Der Unbedarfte Reisende) als ein „trostloses Land, dessen Boden gut genug aber völlig dem Unkraut überlassen ist – eine stille, traurige Weite... Wir sahen auf dem ganzen Weg nicht eine Menschenseele. Es gab kaum einen Baum oder Strauch. Selbst die Olive und der Kaktus, diese schnellen Freunde wertlosen Bodens, hatten das Land fast komplett verlassen.“
Selbst Leute, die der zionistischen Sache unfreundlich gegenüber standen, glaubten, dass jüdische Immigranten die Lebensumstände der palästinensischen Araber verbessert hatten. So sagte Scharif Hussein, der Wächter über die islamischen heiligen Stätten in Arabien 1918: „Eines der erstaunlichsten Dinge bis in unsere Zeit war, dass die Palästinenser das Land verließen und in alle Richtungen davon zogen. Sein heimischer Boden konnte ihn nicht festhalten, obwohl seine Vorfahren seit 1000 Jahren auf ihm lebten. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass die Juden aus fremden Ländern nach Palästina strömten... Sie wussten, dass das Land für ihre ursprünglichen Söhne da war. Die Rückkehr dieser Exilanten in ihre Heimat wird sich materiell und spirituell als Schule für ihre Brüder erweisen.“ Hussein verstand damals, was so viele heute zu sehen ablehnen: dass die Regeneration Palästinas und sein Bevölkerungswachstum erst zustande kamen, nachdem die Juden in bedeutender Anzahl zurück kamen. Der damalige britische Kolonialminister Winston Churchill zeigte auf: „Das Land wurde den Arabern nicht weggenommen. Die Araber verkauften den Juden nur dann Land, wenn sie es auch verkaufen wollten.“
Die Hoffnung war, dass die Araber Israelis als ihre Nachbarn akzeptieren würden und letztendlich sie als solche anerkannten. Diese Hoffnung starb. Sogar der Krieg, dieser grimmige Endvermittler internationaler Beziehungen, hat da keine Änderung gebracht. Die Araber widersetzten sich von Anfang an einer jüdischen Präsenz in der Region. Sie dehnten ihren Krieg gegen Israel in einen Angriff auf den Idee eines Israel aus. Zionismus, der jüdische Anspruch auf ein eigenes Land, wurde für rassistisch erklärt, weil die Araber sagten, er beraube sie ihres Landes. Sie ersetzten den heimatlosen Juden durch den heimatlosen Palästinenser. Die Araber machten die Palästinenser heimatlos, indem sie sich 1948 weigerten die Teilung zu akzeptieren und die vielen Palästinenser, die dem Krieg entflohen, im Libanon, Syrien und Jordanien heimatlos gehalten haben, indem sie sich weigerten, sie in ihrem Land anzusiedeln; diese Araber machen jetzt die Juden für diese Heimatlosigkeit verantwortlich. Sie klagten ständig, dass es die Juden gewesen seien, die die Araber aus Palästina vertrieben hätten. Der angesehene Arabist Bernard Lewis schrieb aber: „Die große Mehrzahl verließ, wie unzählige Millionen Flüchtlinge andernorts, ihre Heimat im Durcheinander und der Panik von Invasion und Krieg – ein weiterer unglücklicher Teil der großen Bevölkerungsbewegung, die nach dem Zweiten Weltkrieg statt fand.“
Sogar die Auslandspresse, die regelmäßig mit allen Seiten während des Konflikts von 1948 in Kontakt stand, schrieb nichts, das andeutete, die Flucht der Palästinenser sei unfreiwillig gewesen. Genauso wenig machten Sprecher der Araber, wie der palästinensische Vertreter bei der UNO, Jamal Husseini, oder der Generalsekretär der Arabischen Liga, die Juden zeitgleich mit dem Krieg von 1948 für die Flucht der Araber und Palästinenser verantwortlich. Tatsache ist, dass die, die flohen, dazu von anderen Arabern gedrängt worden waren. Der damalige Premierminister des Irak, Nuri Said, drückte das so aus: „Die Araber sollten ihre Frauen und Kinder in sichere Gebiete, bis die Kämpfe abgeflaut sind.“ Ein geflüchteter Araber beschrieb dieses Denken in der jordanischen Zeitung Al-Difaa: „Die arabischen Regierungen sagten uns: Geht raus, damit wir rein gehen können. Also gingen wir raus, aber sie gingen nicht rein.“ Und der schlechten Lage wurde unglaublicherweise erlaubt sich weiter zu verschlechtern. Im Krieg von 1948 geflohne Araber und Palästinenser wurden in Lagern angesiedelt, die von der United Nations Relief and Works Agency verwaltet wurde, der einzigen Behörde, die je für eine Flüchtlingsgruppe seit den massiven Vertreibungen des Zweiten Weltkriegs eingerichtet wurde. Die Teilung Indiens geschah zur gleichen Zeit wie der Konflikt in Palästina und Millionen Hindus und Muslime wurden entwurzelt, aber praktisch nichts wurde für sie getan. Nichts wurde getan als Antwort auf die chinesische Besetzung Tibets, wo eine alt hergebrachte religiöse, soziale und politische Struktur praktisch vernichtet wurde.
Und 55 Jahre nach ihrer ersten Einrichtungen gibt es diese Flüchtlingslager immer noch. Mit der Ausnahme Jordaniens haben es die arabischen Regierungen, die diese Lager beherbergen, es abgelehnt, den Flüchtlingen die Staatsbürgerschaft zuzugestehen und sich ihrer Wiederansiedlung widersetzt. Im Libanon ist es 400.000 staatenlosen Palästinensern nicht erlaubt öffentliche Schulen zu besuchen, Land zu besitzen oder auch nur ihren Lebensstandard zu verbessern. Drei Generationen später dienen sie weiter als politische Bauernfiguren der arabischen Staaten und hoffen immer noch auf die Umkehr der Ereignisse von 1948. „Die Rückkehr der Flüchtlinge“, wie Präsident Gamal Abdel Nasser von Ägypten Jahre später sagte, „wird das Ende Israels bedeuten.“
Die UNO hat durch ihre Verwaltung der Lager ein kompliziertes Problem unendlich schwieriger gemacht? Wie? Die UN-Beamten haben die Flüchtlinge im Nahen Osten so definiert, dass es die Nachkommen von Personen einschließen, die 1948 Flüchtlinge wurden. In anderen Teilen der Welt werden die Nachkommen von Flüchtlingen nicht als Flüchtlinge definiert. Das Ergebnis dieser einzigartigen Behandlung ist das Anwachsen der Zahl der arabischen Flüchtlinge von rund 700.000 auf über 4 Millionen, weil Kinder, Enkel, sogar Großenkel darin eingeschlossen sind. Der ehemalige syrische Premierminister Khaled al Azm schrieb in seinen Memoiren: „Wir sind es, die die Rückkehr Flüchtlinge verlangen, während wir es waren, die sie zur Flucht veranlassten. Alles im Dienst politischer Ziele.“ Und so geht es bis zum heutigen Tag weiter. Zur Zeit der Gründung des Staates Israel wurden 900.000 jüdische Flüchtlinge in einer koordinierten Aktion zum Verlassen der benachbarten arabischen Staaten gezwungen. Diese Flüchtlinge wurden vom neuen Israel absorbiert. Und trotzdem war die Welt – und ist es weiter – angesichts der Leiden der Flüchtlinge aus den arabischen Staaten ungerührt.
Israel als einzigen Staat herauszugreifen, der eine Flüchtlingsbevölkerung wieder aufnehmen muss, bedeutet, dass an den jüdische Staat andere Maßstäbe angelegt werden als an andere. Der genauere Begriff dafür ist wohl zweierlei Maß zu benutzen. Vor diesem Hintergrund, mit einer Geschichte, die von Israels Feinden so zynisch manipuliert wird, den Verdrehungen und blanken Unwahrheiten, die die jüngeren Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern charakterisieren, sollte das nicht als überraschen. Es gibt praktisch unzählige Beispiele zur Auswahl, aber das „Massaker“ durch Israelische Streitkräfte im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin im letzten Jahr ist besonders bezeichnend.
Am Vorabend des Passahfestes tötete ein Selbstmord-Bomber in der israelischen Stadt Netanya 29 Menschen und verletzte 140. Es war die sechste Terrorbombe dieser Woche. Die Israelis antworteten, indem sie Truppen in die Westbank schickten, darunter in das Flüchtlingslager in Jenin, die Hauptbasis der Bombenbauer. Eine zehntägige Schlacht entstand. Die Palästinenser behaupteten, unterstützt von UN-Vertretern, dass die Israelis hunderte Unschuldiger massakriert, Sammel-Exekutionen durchgeführt, die Leichen in Kühlwagen eingefroren und abtransportiert hätten. Saeb Erekat, ein Palästinenser-Sprecher, wiederholte die Behauptung von vielen hundert Getöteten. Die Medien akzeptierten diese Version. Aber folgende Berichte und selbst palästinensische Zeugenaussagen und jüngst geordnete Schriften belegten, dass Gruppen wie Fatah, Hamas und der Islamische Jihad Frauen und Kinder während der Kämpfe als Schutzschilde benutzten. Die Berichte zeigten schlüssig auf, dass es kein Massaker an palästinensischen Zivilisten gab und dokumentierten, dass die Israelis während der Schlacht große Zurückhaltung an den Tag gelegt hatten, um zivile Verluste niedrig zu halten, währen sie als Folge dessen selbst ungeheuer große eigen Verluste erlitten.
Es ist nicht überraschend, dass Verdrehungen und Unwahrheiten ebenfalls den politischen Umgang der Palästinenser mit Israel charakterisieren. In dieser Beziehung war die Oslo-Übereinkunft von 1993 ein kritisches Moment. Dort war das Verhandlungsprinzip „Land für Frieden“. Was Israel erhielt, war kein Frieden im Gegenzug zu seinem Angebot des Landes. Das großzügigste israelische Angebot von Land für Frieden kam drei Jahre später in Camp David. Der damalige israelische Premierminister Ehud Barak bot Yassir Arafat 97 Prozent der Westbank und des Gazastreifens an, darunter die arabischen Viertel von Ostjerusalem und den Tempelberg. Das Angebot von Camp David wurde von Arafat nicht nur abgelehnt, sondern als Provokation benutzt, um eine Gewalt- und Terrorkampagne zu beginnen, die heute noch anhält.
Die Vorstellung des Land für Frieden sollte untersucht werden. Wenn man davon ausgeht, dass das bedeutet, Israel müsse mehr Land übergeben, bis Frieden erreicht und die arabische Kampfeslust beendet ist, dann könnte der wenig Neugierige mit der Schlussfolgerung zurück bleiben, dass der fehlende Friede das Ergebnis die Folge von Israels Versagen sein muss, genügend Land zu übergeben. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Es hat tausende Terroranschläge gegeben, seit die zweite Intifada vor drei Jahren begann. Der einzige Weg, mit dem Israel in der Lage gewesen ist, die Zahl der Selbstmordbomber zu reduzieren, ist die Eliminierung ihres Rückzugsraums über die Kontrolle der Westbank durch Besatzung und Abriegelung des Gazastreifens.
Aber die Geschichte ist keine der Besatzung der Westbank durch Israel. Wenn der Begriff „Besatzung“ überhaupt Bedeutung hat, ist diese vor drei Jahren mit Arafats Ablehnung des Barak-Vorschlags für einen palästinensischen Staat verloren gegangen. Das Problem ist die palästinensische Weigerung Israel das Recht auf Existenz als jüdischem Staat zu verweigern. Israels Kampf ist keiner der Juden gegen die Muslime. Es ist ein Kampf gegen den Hass auf Juden und ihre Verbindung zum Land Israel. Wie anders soll man die palästinensische Ablehnung Jerusalems als heiliger Stadt der Juden und der Westmauer als des Zweiten Tempels verstehen, außer als Ablehnung der jüdischen Anwesenheit dort? „In Jerusalem gab es keinen Tempel“, sagte Arafat in Camp David. „Es war nur ein Obelisk.“ Den Kern des jüdischen Glaubens in Frage zu stellen ist kaum ein Hinweis auf die Bereitschaft den Konflikt zu lösen.
Ganz im Gegenteil: die steigende palästinensische Gewalt beweist eine unbeirrbare Entschlossenheit den Konflikt fortzusetzen. Die Einsicht des liberalen israelischen Schriftstellers Amos Oz gilt weiter. Er wird verfolgt, sagte er, von der Beobachtung, dass vor dem Holocaust die europäischen Graffitis hießen: „Juden nach Palästina“, während sich das heute verwandelt hat in „Juden raus aus Palästina“. Die Botschaft an die Juden, sagt Oz, ist einfach: „Seid nicht hier und seid nicht dort. Das heißt: Seid nicht.“
1 Die deutsche Übersetzung hinkt etwas und gibt die Wortspielerei des Originals nicht gut wieder: „All the isms are wasms.“
The Jewish Exponent, 16. Oktober 1997
deutsch: Der neue Antisemitismus
© Daniel Pipes, 1997
Graffiti auf den Wänden der Geschichte
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Fiamma Nirenstein beschreibt die Entwicklung des neuen Antisemitismus, den sie schon als Jugendliche kennen lernte:
Vor ein paar Tagen, an einem Kontrollpunkt, führte ich Interviews durch. Es wurde mir bald klar, dass der Gebrauch des Wortes „Terrorist“ für jeden meiner palästinensischen Gesprächspartner wie eine politische und semantische Sünde anhörte. Die Presse hat das gut gelernt: die Besatzung ist Ursache für alles, Terrorismus wird Widerstand genannt und existiert nicht per se. Terroristen, die Frauen und Kinder töten, werden Militante oder Kämpfer genannt. Ein Terrorakt ist oft ein „Feuergefecht“, selbst wenn nur Babys und alte Männer in ihren Autos auf der Autobahn erschossen werden. Es ist auch interessant zu sehen, dass ein junger „Schahid“ Grund für großen Stolz auf den palästinensischen Kampf ist, aber wenn man fragt, wie denn ein zwölfjähriges Kind losgeschickt werden kann um zu sterben und warum junge Kinder indoktriniert werden, solche Taten zu begehen, dann ist die Antwort: „Also wirklich, ein Kind kann doch kein Terrorist sein. Wie kannst du einen 12-jährigen Jungen einen Terroristen nennen?“
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt: Angesichts der Tatsache, dass es eine heftige Diskussion über die Definition von Terrorismus gibt, wird weithin akzeptiert, dass Terrorismus eine Art des Kampfes ist. Dies ist ein semantisches und sogar substanzielles Geschenk des neuen Antisemitismus, bei dem es natürlich ist, dass ein Jude tot ist. Insbesondere die das absichtliche Zielen auf Zivilisten, um Angst zu verursachen und die Moral Israels zu stören, ist keine moralische Sünde. Das ruft nicht die Empörung der Welt hervor – und wenn doch, dann versteckt sich in der Empörung etwas oder auch viel Sympathie für den terroristischen Aggressor. Was die europäische Presse nicht versteht oder nicht verstehen will, ist, adss Terror eine zu verurteilende und verbotene Art des Kampfs ist, egal, welches politische Ziel er zu erreichen versucht.
Sie stellen Siedler als Bauern in einem gefährlichen Spiel dar, an dem diese sich beteiligen. Dass sie sterben ist ein fast natürliches und logisches Ereignis. Auf gewisse Art haben sie darum gebeten.
Wenn andererseits ein Hamas-Kommandeur getötet wird, obwohl er offensichtlich „darum bat“, kommt eine ethische, philosophische Diskussion auf, die sich mit der Perfidität außergerichtlicher Tötungsurteile befasst.
Das würde sicher eine legale Diskussion sein, gäbe es nicht das groteske zweierlei Maß, auf die die Weltpresse sie stellt.
Wie ich zur “unbewussten Faschistin” wurde
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Übersetzungen aus dem Englischen: H.Eiteneier
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