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Terror durch Einzeltäter Dr. Joel Fishman |
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Original direkt vom Autor
Im Verlauf dieses Jahres haben vermehrt "Einzeltäter" ohne erkennbare Verbindung zu einer der Terrororganisationen Terroranschläge in Jerusalem verübt. Der erste war die Ermordung von Schülern einer Jeschiwa in Jerusalem; dem folgten im Juli zwei Anschläge mit Hilfe von Baumaschinen; und am Löwentor (auch Stephanstor) wurden zwei Polizisten auf Patrouille beschossen (einer davon erlag inzwischen seinen Verletzungen).
Dass diese vermeintlichen Einzeltaten miteinander verbunden sind und auch ein gewolltes Konzept dahinter steht, zeigt Joel Fishman in seinen zwei Artikeln für Makor Rishon auf, die hier folgen.
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Joel Fishman
Nachdem ein Araber aus Ostjerusalem am Mittwoch einen Radlader als Waffe zur Ermordung unschuldiger Zivilisten auf der Jaffa Road benutzen, verkündete die Polizei der Presse, dass der Terrorist auf eigene Faust handelte. Eine solche Äußerung hat eine gewisse Endgültigkeit, die dazu tendiert jegliche weitere Diskussion abzuwürgen. Das schließt mit ein, dass das Verbrechen das war, was die Franzosen un acte gratuit nennen, etwas, das „ohne Logik, Motivation und/oder Hetze“ getan wird. Wenn man bedenkt, dass der Terrorist aus Jabel Mukaber in Ostjerusalem, der am 11. März 2008 acht Schüler der Merkaz HaRav-Jeschiwa ermordete, ebenfalls auf eigene Faust handelte (nach Angaben der Polizei), dann wird klar, dass wir es mit einer Vielzahl an Einzel-Terrortaten zu tun haben. Wir haben hier ein Problem, das nicht als etwas abgetan werden kann, das jenseits unseres Verstandes liegt – wie ein Erdbeben oder ein Tsunami. Die Frage, die man stellen sollte, ist die: Welche Art von Umwelt könnte diese Einzelpersonen dazu aufgehetzt oder motiviert haben Morde zu begehen? Eine kürzlich erfolgte Studie hat gezeigt, dass Terrorismus weder das Resultat von Armut noch einer unglücklichen Kindheit ist. Einer der ersten, die dem Problem des einsamen Terroristen ihre Aufmerksamkeit gewidmet haben, war Rabbi Avraham Cooper vom Wiesenthal Center in Los Angeles. Cooper stellte den Prototyp fest, nicht bei einer Tat des persönlichen Jihad, sondern bei dem Versuch der 26-jährigen Maxime Bruneri am Tag der Bastille 2002 Präsident Jacques Chirac in der Nähe des Triumphbogens zu ermorden. Die Polizei wusste von Bruneris Zugehörigkeit zur rechtsradikalen Szene, aber „offizielle Vertreter betonten immer, dass sie unabhängig von jeglichen politischen Gruppen handelte“. Angewandt auf den palästinensischen Krieg gegen Israel, hat Eyad Kishaw, ein in San Francisco lebender Aktivist, im Januar 2006 eine Abhandlung veröffentlicht, die sich mit der Strategie der politischen Kriegsführung beschäftigt. Er schrieb, dass es besser sei, wenn die Anstrengungen der antiisraelischen Aktivisten dezentralisiert werden. Wichtig sei jedoch, dass sie dieselbe übereinstimmende Botschaft vermitteln. Kishawi betonte die Notwendigkeit der Dezentralisierung und individuellen Initiative als Mittel, um dem Zugriff der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden und „Israels außergerichtlichen und illegalen Aktivitäten“ auszuweichen. Es ist kein großer Schritt, dieses Prinzip an terroristische Kriegsführung anzupassen. Diese Überarbeitung der Methode stellt eine Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Der Staat muss diese Art der Hetze durch die Einführung harter Strafen für diejenigen kontern, die zu Gewalt aufhetzen, wie auch für die, die sich zum Handeln bewegen lassen. Es ist notwendig die Umwelt zu neutralisieren, die Individuen zur Durchführung von Hass-Verbrechen aufhetzt. Die wirklichen Dimensionen des Problems sind sogar noch größer als die Polizei zuzugeben bereit ist, denn sie schließt die verdecken Terrortaten aus, nämlich die der arabischen Fahrer, die ihre Autos und Lastwagen als tödliche Waffen benutzen. Einen Frontalzusammenstoß mit Mordabsicht als Verkehrsunfall zu bezeichnen, ist eine Fehlbezeichnung. Tatsächlich ist es nötig solche Terrorakte bei ihrem richtigen Namen zu nennen. Wenn die Polizei von einem „einsamen Terroristen“ spricht, sollte ein solches Schlagwort uns veranlassen harte Fragen zu stellen, statt und in selbstgefällige Passivität einlullen zu lassen.
Joel Fishman
Am Dienstagnachmittag, 22. Juli, machte Jerusalem erneut die Erfahrung eines Terroraktes, als ein Bürger aus Ostjerusalem sich einen Bagger aneignete, um ihn als Waffe gegen unschuldige Zivilisten zu benutzen. Die Medien reagierten anfänglich damit, dass sie den Anschlag eine Nachahmungstat nannten, die nach dem Vorbild des Anschlags vom 2. Juli an der Jaffa Road im Zentrum Jerusalems verübt wurde, als ein anderer Ostjerusalemer Fahrer absichtlich einen Radlader in Fahrzeuge, unter anderem einen Linienbus, rammte und drei Menschen ermordete und Dutzende verletzte. Die Polizei bezeichnete diesen und den vorigen Baggeranschlag als Tag eines Terroristen, der auf eigene Faust handelte. In einem kurzen Artikel mit dem Titel „Der Mythos des einsamen Terroristen“ in der Makor Rishon vom 4. Juli habe ich dargelegt, dass es unmöglich ist zu wissen, ob der Terrorist auf eigene Initiative handelte und dass man Terrorakte nicht von der Umwelt des Täters trennen kann, nämlich der Langzeit-Beeinflussung durch Aufhetzung zu Hass und Gewalt. Wenn wir den Mord an acht Schülern der Jerusalemer Merkaz Ha-Raf-Jeschiwa vom 6. März einbeziehen, der nach Angaben der Polizei auch von einem einsamen Terroristen begangen wurde, sowie die Schüsse auf zwei Polizisten auf Patrouille am Löwentor am 11. Juli, dann ist klar, dass wir uns einer Serie von individuellen Terrorakten gegenüber sehen und nicht willkürlichen Ereignissen. Bedeutet das, dass wir nun einer neuen Art des Terrors ausgesetzt sind, die offenbar ohne einen Führer oder eine Organisation statt findet? Vielleicht ja. Jüngst in den USA veröffentlichten Berichte haben das Problem des „Einzelgänger-Terrorismus“, „Einzelgänger-Extremismus“ oder „führungslosen Widerstands“ untersucht. Nach Angaben von Wikipedia „identifiziert sich der ‚Einzelgänger’-Terrorist ideologisch oder philosophisch mit einer extremistischen Gruppe, kommuniziert aber nicht mit der Gruppe, mit der er/sie sich identifiziert. Während die ‚Einzelgänger’-Taten dadurch motiviert sind die Ziele der Gruppe voranzubringen, sind die Taktik und die Methoden vollständig durch den ‚Einzelgänger’ ausgedacht und geleitet, ohne jeglichen Befehl oder Leitung von außen. In vielen Fällen ... hat der ‚Einzelgänger’ niemals persönlichen Kontakt mit einer größeren Gruppe gehabt. Deswegen stellt der Einzelgänger-Terrorismus ein besonders Problem für Terrorbekämpfungs-Beamte dar, da es – verglichen mit konventionellem Terrorismus – beträchtlich schwieriger ist Informationen hierzu zu sammeln.“ Nach Angaben der Anti-Defamation League formulierte Alex Curtis, ein White Supremacist aus San Diego diese Methode, die vorher bereits ohne angemessene Bezeichnung existiert haben könnte. Curtis vertrat die Abtrennung rassistischen Untergrund-Organisationen, um dem Kriminalsystem auszuweichen. Ein Artikel auf der Internetseite der ADL, der im Juli 2002 erschien, stellt fest, dass Curtis „sich eine zweiteilige Hass-Bewegung vorstellte, innerhalb derer ‚kontroverse und subversive’ Propaganda weithin verbreitet und damit zu einem revolutionären Untergrund führen würde. Dieser Untergrund würde aus ‚Einzeltätern’ bestehen – rassistischen Kriegern, die alleine oder in kleinen Gruppen agieren, die über ‚tägliche anonyme Taten’ die Regierung oder andere Ziele angreifen. Curtis betrachtete sich selbst als Propagandisten, der die Saat einer rassistischen Revolution sät...“ Darüber hinaus vertritt der frühere FBI-Informant Mike German in der Washington Post (Juni 2005), dass Timothy McVeigh, der den Bombenanschlag von Oklahoma City ausführte (19. April 1995), ein klassisches Beispiel für den „Einzelgänger“ ist. Bei seinem Terroranschlag wurden 168 Menschen getötet und hunderte verletzt. German gibt an: „Der ‚Einzeltäter-Terrorismus’ ist kein Phänomen; er ist eine Technik, eine List, die das Strafrechtssystem untergraben soll. McVeigh handelte als einsamer Terrorist und wurde trainiert, es so zu machen... Aber sein Akt des Einzel-Extremismus war Teil einer laufenden Komplotts, der bis heute weiter zu Gewalttaten inspiriert... Es ist ein Problem der Herstellung der Verbindungen...“ Gleichermaßen veröffentlichte Eyad Kishawi, ein palästinensischer Aktivist aus San Francisco, im Januar 2006 ein Handbuch, das einen Boykott Israel forderte und eine neue Strategie der politischen Kriegsführung vorschlug. Kishawi empfahl, das die Anstrengungen der antiisraelischen Aktivisten dezentralisiert werden sollten, um dem Zugriff der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden und „israelischen außergerichtlichen und illegalen Aktivitäten“ auszuweichen. Bemerkenswerterweise betont er die Notwendigkeit individueller Initiativen. Es ist kein großer Schritt dieses Prinzip – wie es für den politischen Aktivismus angewendet wird – in eine Taktik der terroristischen Kriegsführung zu umzuformen. Tatsächlich ist Kishawis Ansatz im wesentlichen derselbe wie der „Einzeltäter“-Terrorismus des Rassisten Alex Curtis. Wenn wir die jüngsten Terror-Beispiele in Jerusalem im Licht des Prinzips des „Einzeltäter“-Terrorismus betrachten, ist es möglich zu würdigen, wie offensichtlich isolierte Ereignisse verbunden sein könnten, selbst ohne eine Organisation oder einen Führer. Tatsächlich gibt es eine kulturelle Verbindung zwischen der fortgesetzten Hetze und spezifischen Terrorakten. Daher ist es notwendig das kulturelle Umfeld zu beseitigen, das Einzelpersonen dazu aufstachelt Hass-Verbrechen zu begehen. Zu positiven Maßnahmen würde gehören, dass die Polizei dauerhaft dagegen vorgeht, dass das Bildungssystem neu aufgebaut wird, die Schulbücher umgeschrieben werden und Predigten in Moscheen der Zensur unterliegen. Darüber hinaus muss es hohe Strafen für diejenigen geben, die zu Gewalt aufhetzen, wie auch für die, die Terrorakte begehen. Diejenigen, denen der Schutz der israelischen Zivilisten übertragen wurde, müssen neue Mittel finden – und die alten einfallsreich anwenden – um die Kettenglieder zu brechen, die die religiöse und die politische Hetze mit denen verbinden, die entsprechend den Prinzipien des „Einzeltäter-Terrorismus“ handeln. Zusätzlich muss der Staat Israel darauf bestehen seine Souveränität in der Hauptstadt wie im ganzen Land auszuüben. Andernfalls wird er sich einer Situation gegenüber sehen, die der ähnlich ist, die in Frankreich und anderen europäischen Ländern anzutreffen ist, wo es „der Republik verloren gegangene Gebiete“, Distrikte und Stadtviertel gibt, die die örtlichen Einwohner den Strafverfolgungsbehörden unzugänglich gemacht haben. Schließlich muss Israel überall innerhalb seiner Grenzen energisch das Gesetz des Landes durchsetzen, wenn es seine Bürger schützen und seinen Fortbestand sicher stellen will. |
Übersetzung aus dem Englischen: H.Eiteneier