Eine ausführliche Darstellung mit weiteren Informationen ist auch:
Wie der Krieg begann

1. CFrI-Pressespiegel (Auszug zum Thema, März 2001)
2. Marwan Barghoutis selbst erklärte Rolle beim Beginn der "Intifada" (August 2002)
3. J. Hallers Anmerkungen (Dezember 2003)


aus dem CFRI-Pressespiegel

 
Meldungen aus deutschen säkularen Medien Hintergrundinfos aus israelischen und christlichen Quellen

Der Besuch des Oppositionsführers Ariel Sharon auf dem Tempelberg in Jerusalem führt zu blutigen Auseinandersetzungen. Bilanz: mindestens 65 Tote, mehr als 1000 Verletzte.“ 

(Beispiel aus: ARD Tagesschau – Website tagesschau.de/system/archiv: „Die Chronologie der  Ereignisse“)

"Scharon, der im September 2000 mit seinem provokanten Besuch am Tempelberg die neue Intifada losgetreten hatte, führt Krieg im eigenen Land." (Spiegel Jahreschronik 2001 S. 256)

 
Wer hat die Unruhen ausgelöst?

(9. November 2000) Die Palästinenser behaupten, die Unruhen seien ausgelöst worden durch einen Besuch des Likudführers Ariel Sharon auf dem Tempelberg am 28. September, den sie als Provokation ansahen.
Jedoch war schon vor diesem Besuch ein markanter Anstieg an Spannungen zu beobachten. Diese Spannungen hatten sich bereits vor diesem Datum über mehrere Tage hinweg in einigen Angriffen auf Israelis bemerkbar gemacht. ...

... So wurde z.B. bereits am 27. September an der Netzarim-Kreuzung eine israelische Militärpatrouille von palästinensischen Scharfschützen aus dem Hinterhalt überfallen; ein israelischer Soldat wurde dabei getötet.

(Quelle: Israel Defense Forces – Israelische Armee => www.idf.il

Auszüge aus: „Overview of the Violence in the Territories, 29 September – 9 November 2000“, aus dem Englischen übersetzt von Viola Oberrauch)

Peres zu "stern": Sharons Tempelberg-Besuch war mit PA abgesprochen

(18.10.2000, H a m b u r g)  Dramatische Wende im Streit um die Hintergründe der aktuellen Gewalt im Nahen Osten: Der Besuch von Israels Oppositionsführer Ariel Scharon auf dem Jerusalemer Tempelberg war zuvor mit den Palästinensern besprochen worden, sagte der israelische Minister Shimon Peres der am Donnerstag erscheinenden Hamburger Illustrierten „stern“. Die Nachrichtenagentur afp zitierte am Mittwochabend in einer Vorabmeldung den Friedensnobelpreisträger mit den Worten: Die palästinensische Seite habe signalisiert, der Besuch Sharons sei „kein Problem“, solange er sich von der Al-Aksa-Moschee fern halte.
Der Auftritt des Likud-Vorsitzenden am 28. September war von arabischer Seite in den vergangenen Tagen stets als Auslöser der sogenannten „Al-Aksa-Initifada“ bezeichnet worden. Der UN-Sicherheitsrat hatte Israel deswegen verurteilt.

(editor@israelnetz.de)

CIA: Arafat hat Krieg gewählt

22.10.2000, W a s h i n g t o n - PLO-Chef Yasser Arafat ist definitiv dazu entschlossen, statt des begonnenen Osloer "Friedensprozesses" den Weg der Gewalt zu gehen. Zu diesem Ergebnis kommt der Direktor des amerikanischen Geheimdienstes CIA, George Tenet, in einem Bericht an US-Präsident Bill Clinton.
Nach CIA-Einschätzung der Araberkrawalle in den vergangenen drei Wochen sei deutlich geworden, so der Nachrichtendienst "Israelwire", daß Arafat trotz öffentlich bekundeter Friedensabsichten dazu entschlossen sei, bis zum Ende mit Gewalt für einen eigenen Palästinenserstaat zu kämpfen.
Tenet habe dem amerikanischen Präsidenten mitgeteilt, daß die täglichen Feuerangriffe auf israelische Soldaten und jüdische Siedler innerhalb von Yesha (Judäa, Samaria, Gaza) von hochrangigen Führern der Palästinensischen Autonomiebehörde angeordnet und gebilligt worden seien.
Diese Einschätzung wird auch vom Geheimdienst der israelischen Armee geteilt. (hn) 

(editor@israelnetz.de)

Enthüllt: Was Arafat unter "Waffenstillstand" versteht

09.11.2000, J e r u s a l e m – Ein führender Vertreter der Fatah-Partei Yasser Arafats hat sensationelle Enthüllungen über den mangelnden Friedenswillen des PLO-Chef an den staatlichen israelischen Rundfunk (Kol Israel) weitergegeben.
Der Hörfunk-Korrespondent des Senders für Yesha, Avi Yisachar, berichtete am Donnerstag über ein Gespräch zwischen Arafat und dem Anführer der bewaffneten palästinensischen Tanzim-Milizen, Marwan Barghouti aus Ramallah.
Dabei habe Arafat zu Barghouti gesagt: „Jedesmal, wenn Du mich einen Waffenstillstand und ein Ende der Gewalt verkünden hörst, ignoriere sie. Du weißt, daß ich unter starkem Druck aus Europa und Amerika stehe. Ignoriere es und mache weiter. Wir sind wegen der Intifada in einer schwierigen finanziellen Situation. Wir werden keine Finanzhilfe mehr aus den USA bekommen und Israel wird seine monatlichen Zahlungen einstellen.
Unsere Hoffnung ist, Geld von den arabischen Staaten zu bekommen. Aber die arabischen Staaten geben uns kein Geld, wenn es kein Blut gibt.“
Der israelische Minister Shimon Peres kritisierte den Bericht. Er halte es für falsch, Material zu veröffentlichen, das gegen Arafat gerichtet sei. (zö) 

editor@israelnetz.de

PALÄSTINENSISCHER MINISTER: DIE INTIFADA WAR SEIT ARAFATS RÜCKKEHR AUS CAMP DAVID GEPLANT.

Der Minister für Kommunikation der Palästinensischen Autonomiebehörde, Imad
Al-Faluji, besuchte vor kurzem den Libanon. Im Flüchtlingslager Ein
Al-Hilweh hielt er eine Rede, in der er klarstellte, dass die Al-Aqsa
Intifada lange von den Palästinensern vorbereitet worden war als Antwort auf
das Scheitern der Verhandlungen in Camp David. Israel hat Al-Falujis
Aussagen der Kommission Mitchell zur Aufklärung der Ursachen des Ausbruchs
der Intifada vorgelegt. Arafat setzte daraufhin Imad Al-Faluji unter Druck,
seine Aussagen zurückzuziehen. Kurz danach teilte Imad Al-Faluji mit, dass
er niemals solche Aussagen gemacht habe. Die nachfolgenden Auszüge seiner
Rede im Flüchtlingslager Ein Al-Hilweh wurden am 03/03/01 in der
libanesischen Zeitung Al-Safir veröffentlicht:

„Das palästinensische Volk ist die stärkere Hälfte der internationalen
Gleichung. Es ist der Geheimcode und der Schlüssel zu Stabilität und
Frieden – nicht nur im Nahen Osten sondern auf der ganzen Welt.“

„Ihr könnt euch sicher sein, dass euer Aufenthalt hier (im Libanon –
d.Verf.) nur zeitweilig ist. Wir werden keiner Macht erlauben, irgend einen
Einwand gegen das Recht auf Rückkehr zu erheben. Ich gratuliere Präsident
Emil Lahud, welcher unzählige Male gesagt hat, dass es keine Lösung für die
Palästinenser gebe wird, die nicht ihr Recht auf Rückkehr nach Palästina
beinhaltet. Wir antworten ihm: Ja. Diese Haltung ist der Konsens des
palästinensischen Volkes und der palästinensischen Führung.... Wir betonen,
dass die palästinensische Führung keinen Friedensvertrag unterschreiben
wird, der nicht die palästinensischen Rechte garantiert, und zuerst und an
erster Stelle das Recht auf Rückkehr (der palästinensischen Flüchtlinge von
1949 in den Staat Israel – d. Verf.), der Befreiung Jerusalems und ihrer
Rückkehr zu voller palästinensischer Souveränität. Dies sind unsere
fundamentalen palästinensischen Prinzipien, an denen wir festhalten und für
die wir kämpfen.“

„Die Al-Aqsa Intifada betont diese Prinzipien und Grundsätze.Wer auch immer
denkt, dass die Intifada wegen des Besuchs des verachteten Sharon in der
Al-Aqsa-Moschee ausbrach, irrt sich, auch wenn dies der Strohhalm war, der
den Rücken des palästinensischen Volkes zerbrach. Die Intifada war von
langer Hand geplant, seitdem Präsident Arafat von den Verhandlungen in Camp
David heimgekehrt war, wo er Clintons Tisch umgestürzt hatte. Arafat blieb
standhaft und griff Clinton an. Er lehnte die amerikanischen Bedingungen ab
und er tat dies im Herzen der USA. “

„Mein Besuch hier im Südlibanon ist eine klare Nachricht an den
zionistischen Feind. Wir sagen: Genau wie der nationale und islamische
Widerstand im Südlibanon Israel eine Lektion erteilte und es erniedrigt und
geschlagen zum Rückzug zwang, so wird der palästinensische Widerstand Israel
eine Lektion erteilen. Der palästinensische Widerstand wird in Tel-Aviv, in
Ashkelon, in Jerusalem, in jedem Zoll des natürlichen Palästinas zuschlagen.
Israel wird keine einzige ruhige Nacht haben. Es wird keine Sicherheit im
Herzen Israels geben.“

„Das palästinensische Volk ist geduldig, aber wenn es handelt – dann kann es
nichts und niemand aufhalten. Wenn das palästinensische Volk von der Wut
gepackt wird, dann wird die Welt es kennen lernen.“

„Wir sagen dem zionistischen Feind und wir sagen der ganzen Welt: Wir werden
zu den frühen Tagen der PLO zurückkehren, zu den Sechzigern und Siebzigern.
Die Falken der Fatah werden zurückkehren, die Brigaden Izz Al-Din Al-Qassam
(Hamas – d. Verf.) werden auch zurückkehren und die roten Falken (PFLP – d.
Verf.) werden auch zurückkehren. Eine neue Phase wird weitergeführt werden,
bis die Rechte ihren Eigentümern zurückgegeben werden... Wir werden jeden
schlagen, der uns für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich macht,
denn Präsident Arafats Geduld war größer als die Hiobs. Arafat wurde zum
Hiob des 20ten Jahrhunderts wegen dem, was die USA und Israel ihn auferlegt
haben...“

(09/03/01 MEMRI / Urs Pollatschek)

 


1. CFrI-Pressespiegel (Auszug zum Thema, März 2001)
2. Marwan Barghoutis selbst erklärte Rolle beim Beginn der "Intifada" (August 2002)
3. J. Hallers Anmerkungen (Dezember 2003)


Ergänzung vom August 2002 (Arutz-7-Newsletter) und von der IDF-Homepage:
Barghoutis Rolle bei der Anzettelung des Oslo-Kriegs

Am 14. April 2000 verhaftete eine Einheit der israelischen Armee Marwan Barghouti, Kopf des Hohen Rats der Fatah in der Westbank und Führer ihres militärischen Flügels, der "Al Aksa-Märtyrerbrigaden". Von September 2000 bis April 2002 führten diese tausende Terroranschläge gegen Israel aus, darunter Selbstmordattentate. In einem Interview, das er am 29. September 2001 der in London veröffentlichten Zeitung "Al Hayat" gab, legte Barghouti seine Rolle in der Entfachung der "Al Aksa-Intifada" dar. Hier Auszüge:

"Ich wusste, dass das Ende des Monats September [2000] die letzte Gelegenheit vor der Explosion sein würde, aber als Sharon an der Al Aksa-Moschee ankam, war es der stärkste (passendsted) Augenblick für den Ausbruch der Intifada. Der Grund ist, dass der Fall Jerusalem betrifft und noch mehr die Al Aksa. Seine Bedeutung: die gesamte Region in Brand zu setzen, besonders aber, weil die Frage der Al Aksa die Empfindlichkeit der Massen entflammt und aufheizt...

Am Abend vor Sharons Besuch nahm ich an der Diskussionsrunde eines örtlichen Fernsehsenders teil. Ich fand, dass dies die rechte Gelegenheit war, die Öffentlichkeit aufzurufen am nächsten Morgen zur Al Aksa zu gehen, weil es nicht sein konnte, dass Sharon den Haram-al-Sharif [also den Tempelberg] ‚einfach so' besuchen und friedlich wieder gehen sollte. Ich war entschlossen und früh am nächsten Morgen ging ich zur Al Aksa.

Als ich in der Umgebung der Moschee ankam, war ich ehrlich überrascht über die Anwesenheit der Menschen, die gekommen waren. Die Versammlung dort bestand ausschließich aus Palästinensern von 1948, acht von ihnen israelisch-arabische Parlaments-Abgeordnete und mehr als 60 andere gut bekannte Leute. Ich war unzufrieden mit der geringen Beteiligung und als keine Reibereien aufkamen, wurde ich ärgerlich. Wir versuchten erfolglos Zusammenstöße zu schaffen - wegen der aufgekommenen Meinungsverschiedenheiten mit Menschen, die sich zu dieser Zeit um die Spannungsorte auf dem Al Aksa-Platz aufhielten.

Wir brauchten keinen Krieg. Die Frage ist eine vollkommen andere. Kriege brechen aus, weil die Präsidenten oder Kommandierenden der Militärs dies beschließen. Die Intifada aber wurde nicht durch eine Person oder eine Gruppe von Menschen ausgelöst, sondern dadurch erzeugt, dass sie tief in die Gefühle der Massen hinein reicht... Es gab Gegner des Konflikts. Gleichzeitig sah ich in der Situation eine historische Chance den Konflikt auszulösen. Der heftigste Konflikt ist der, der von Jerusalem ausgeht, wegen der Empfindlichkeiten [bezüglich] der Stadt, ihrer Einmaligkeit und ihrem besonderen Platz im Herzen der Massen, die bereit sind sich [für sie] zu opfern, ohne auch nur an den Preis zu denken.

Nachdem Sharon ging, blieb ich etwa zwei Stunden mit anderen bekannten Personen vor Ort. Wir sprachen über die Art der Reaktion und darüber, wie die Menschen in allen Städten und Dörfern [ursprünglich in Lad] reagieren sollten, nicht nur in Jerusalem. Wir stellten Kontakt mit allen Fraktionen her.

Barghouti erklärte, dass er Jerusalem nicht verließ. Vom frühen Donnestagabend bis Freitagmorgen, nachdem er sich mit den Mitarbeitern der Shaviva-Organisatin der Fatah [die zur Jugend der Fatah gehören] abgesprochen hatte. Die Shaviva-Organisation verteilte am Mittwoch, dem Tag vor Sharons Besuch, eine Proklamation und rief die Öffentlichkeit auf, ihre Missbilligung des Besuchs zu äußern. Die Kontaktierungen, auch zu Mitgliedern der Fatah, drehten sich um eine Frage: die Art der Reaktion auf den folgenden Tag - Freitag, den 29. September 2000. Ein Tag, der einer ganzen Generation in Erinnerung bleiben und ins Gedächtnis geschrieben sein wird als der Tag, an dem die Intifada ausgelöst und die palästinensisch-israelischen Verhandlungen der letzten zehn Jahre, wie auch der zerbrechliche Friedensprozess auf den Kopf gestellt wurden. Dieser hat nur eine große Explosion hervor gebracht.

Als Barghouti an diesem Abend Jerusalem verließ, wusste er sehr genau, dass er wenige Stunden später zurückkehren würde... Er kam Freitagmorgen dorthin zurück, um den Ausbruch der Intifada mitzuerleben.

"Als ich in der Altstadt ankam, hatte der Konflikt bereits begonnen. Anfangs konnte niemand hinein oder heraus. Ich ging zur Saladin-Straße; sie war gesperrt. Dann ging ich in die Gegend von A-Tur, zum Elmakuasad-Krankenhaus, um den Zustand der Verwundeten und Verletzten zu untersuchen. Als wir dort ankamen, waren die Auseinandersetzungen [wörtlich: der Konflikt] auch dort angelangt. Rund 3.000 Menschen verbarrikadierten den Bereich.

Das war Krieg. Definitiv. Nun, mehr als jemals zuvor, kam es mir vor, als ob die Stadt Jerusalem brannte. Und ich spürte auch, dass die Jerusalemer und Palästinenser positiv reagierten. Über die Medien rief ich dazu auf, den nächsten Tag zu einem Tag der Solidarität mit Jerusalem zu machen."

Am selben Abend fuhr Barghouti in das Arabische Dreieck in Israel, wo er an einer Versammlung teilnehmen sollte. Hierzu sagte er:

"Während wir im Auto auf dem Weg ins Dreieck waren, bereitete ich in Kooperation mit den Brüdern [offensichtlich Hamas] ein Flugblatt im Namen des Hohen Rates der Fatah vor, in dem wir zu einer Reaktion auf die Geschehnisse in Jerusalem aufriefen. Als ich nach Ramallah zurück kam, führte ich die Gespräche über den Charakter unserer Aktivitäten und die Fortführung der Reaktion [auf Sharons Besuch] mit den Kontakten weiter, die ich um mich versammelt hatte."

Barghouti macht deutlich, dass die Dinge noch nicht in Gänze beschlossen waren, obwohl die Reaktion am letzten Samstag des September die Richtung vorgegeben hatte und "niemand etwas dagegen tun konnte, obwohl Druck ausgeübt wurde, um die menschliche Flut in allen eroberten Gebieten aufzuhalten..."

von der Internetseite der IDF (http://www.idf.il/english/announcements/2002/april/marwan.stm)

Ich denke, das sagt alles darüber aus, wer die "Intifada" wollte, wer sie vorbereitet und wer sie ausgelöst hatte. Es hatte nichts mit Sharon zu tun. Sein Besuch auf dem Tempelberg hatte erst einmal gar nichts ausgelöst. Die Palästinenserführung musste sogar erst einmal mit der Enttäuschung fertig werden, dass sich kaum ein Mensch unter ihren Leuten dafür interessierte. Sie mussten erst noch heftiger dafür werben, dass der "Aufstand" los ging. Erst dann, als die Israelis auf Gewalt reagieren mussten, konnte das als Anlass genutzt werden, die "Massen" aufzustacheln und den Terror zu beginnen.

 


1. CFrI-Pressespiegel (Auszug zum Thema, März 2001)
2. Marwan Barghoutis selbst erklärte Rolle beim Beginn der "Intifada" (August 2002)
3. J. Hallers Anmerkungen (Dezember 2003)


Zusammenfassende Anmerkungen von J. Haller vom Januar 2003:
(alle Hervorherbungen durch J.Haller)

Sharon wird immer wieder die Schuld für den Ausbruch der Intifada zugeschoben, die er aber nicht trägt.

1. Oft wird behauptet, dass er die religiösen Gefühle der Araber verletzt, sie belegen es aber nicht. Zunächst wäre die "Verletzung religiöser Gefühle" kein Grund, mit Gewalt und Terror zu antworten. Wenn ich innerlich "verletzt" werde, kann ich mich verbal äußern, und muß nicht Gewalt anweden. Selbst wenn mich jemand innerlich oder religiös "provoziert", muß ich auch nicht mit Gewalt antworten ! In wessen Verantwortung liegt also die Gewalt ?

2. Der Tempelplatz ist für Juden ebenso heilig wie für Moslems. Es gibt keinen Grund, hier einseitig eine Aussage zu treffen, indem man diese Information unterschlägt. Der Tempelplatz ist die Stelle, von der CHRISTEN UND JUDEN erwarten, daß der Messias (für die Juden der "Messiah ben David", für Christen unter dem Namen JESUS CHRISTUS bekannt) wiederkommt.

3. Die Intifada begann überhaupt nicht mit dem Tempelberg-Besuch, sondern einen Tag später, nach einer Hetz-Predigt in der Al-Aqusa-Moschee!! Die Fernsehbilder aber brachten erst immer Sharons Besuch und gleich anschließend die (am Tag darauf stattfindenden) Unruhen auf dem Tempelberg – eine üble Verfälschung der Tatsachen! Sharon war zum Besuch des Tempelberges übrigens noch gar kein Premier, sondern in der Opposition. Der Besuch hatte auch innenpolitische Gründe, Sharon wollte ja die Wahl gewinnen, aber sicher nicht die Palästinenser ärgern! 4. Die "Meinung", Sharon hätte die Intifada erst ins Rollen gebracht, stimmt auch sachlich-politisch gesehen nicht. Die Vereinbarungen von jüdischer Seite aus wurden eingehalten. Der Besuch Sharons war mit den pal. Sicherheitskräften (Arafats Stellverteter und der Geheimdienstchef haben das abgezeichnet!!) abgesprochen und genehmigt! Von daher war die pal. Seite darauf vorbereitet. 5. Die unabhängige Untersuchungskomission, der "Mitchell-Report", sagt zum Sharon-Besuch daß Scharon auf dem Tempelberg die Infitifada nicht ausgelöst hat. Im sehr differenzierten Bericht wurde Ariel Scharons umstrittener Besuch auf dem Tempelberg nicht als Auslöser der Al-Aksa-Intifada verurteilt, wie dies die Palästinenser von der Mitchell-Kommission gefordert hatten. Worin besteht nun die überall unterstellte "Provokation" - dies ist völlig unklar! 6. Nicht Israels Sicherheitskräfte gingen gegen die Palästinenser vor, sondern umgekehrt! Die palästinensischen Demonstranten attakierten Juden ! Es liegt in der Verantwortung der Palästinenser, mit Gewalt und Unruhen und Angriffen gegen Israel vorzugehen, nur weil ein (friedlicher!) Besuch des Tempelberges eines israelischen Politikers erfolgte. Dass der Besuch "provozierend" war, kann auch schon deshalb nicht sein, weil der Tempelberg einfach auch zu Israel dazugehört. Die Israelis tolieren die religiösen Ansprüche der Palästinenser in Sachen Tempelberg, wenngleich sie einen anderen Glauben haben. Umgekehrt scheint dies aber nicht so zu sein.

7. Man kann auch nicht ständig zwei Maßstäbe ansetzen: Einen für die Israelis - den anderen für die Palästinenser. Nennen Sie mir bitte nur einen einzigen Grund, warum Sharons Tempelbergbesuch damals unberechtigt sein sollte! Es gbt keinen! Man erwartet von Sharon, dass er einen Besuch auf dem jüdischen Tempelberg vermeidet, weil er ja "wissen müßte wie die Palästinenser reagieren". Gleichzeitig aber setzt man offensichtlich voraus, daß die gewalttätigen Übergriffe der Palästinenser dabei berechtigt sind - so, als wäre es das normalste von der Welt. Damit wird in den Medienkommentaren wie ihrem der Terror "legalisiert" - das Böse wird zum Selbstverständlichen, das Berechtigte wird verurteilt. Ich kann dazu nur sagen: "Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen!"

8. Der Besuch von Sharon diente den Palästinensern aber zum "Anlaß" im Sinne einer nachträglichen Rechtfertigung! Die Intifada war gut vorbereitet und die Situation von Seiten der Palästinenserführung geplant: Was ebenso führende palästinensische Vertreter in Privatgesprächen zugaben, hat Imad Falouji, Kommunikationsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), vor ausländischen Medien offiziell bestätigt. Falouji erklärte auf einer PLO-Versammlung im Libanon, die Unruhen wurden bereits nach dem Scheitern des Camp David-Gipfels im Juli 2000 geplant. Die PA dementierte diese Darstellung mit Verärgerung und bezeichnete sie als "Privatmeinung Faloujis". Andere palästinensische Quellen räumten aber ein, dass schon vor dem Besuch Scharons auf dem Tempelberg "begrenzte Aufstände" vorgesehen waren, um für den arabischen Gipfel im Oktober 2000 das Thema Jerusalem auf die Tagesordnung zu bringen. Die Situation sei jedoch außer Kontrolle geraten.

9. Ich weise sie auf einen geschichtlichen "Jerualem-Betrug der Moslems" zum Tempelberg hin, der auch Ihre Stellungnahme indirekt betrifft, da sie allein von Gefühlen der arabsichen Extremisten sprechen. Geistlichen Führer des Koran verdrehen einfach die Fakten und selbst ihr eigenes Buch, den Koran: Die Moslems sagen, daß die im Koran, Sure 17,1 erwähnte "fernste (auf arabisch im Koran: "al-aqsa") Moschee" bei der beschriebenen Himmelfahrt Mohammeds auf dem Tempelberg in Jerusalem stand. Auf dem Felsen im moslemischen Felsendom sei sogar ein Fußabdruck des Pferdes Mohammeds bei dieser Himmelfahrt zu sehen. Aber: Zur Zeit Mohammeds, der 632 n.Chr. starb, stand auf dem Tempelberg gar keine Moschee!! Erst 691 n.Chr. errichtet über dem besagten Felsen auf dem Tempelberg Kalif Abd el-Malik eine Moschee, den sogenannten Felsendom, der bis heute steht. Rein aus machtpolitischen Gründen erklärt der Kalif, Mohammeds Pferd habe auf diesem Felsen bei seiner Reise in den Himmel einen Fußabdruck hinterlassen. Er will damit seinem Kalifenrivalen von Mekka Konkurrenz machen und damit den Pilgerstrom nach Jerusalem lenken. Die Verehrung von Jerusalem samt Tempelberg durch die Moslems, die so viele politische Probleme verursacht, beruht also auf einer politisch begründeten Legende. Erst 715 n.Chr., fast 100 Jahre nachdem der Koran die Al-Aqsa-Moschee erwähnt hat, bauf Kalif El-Walid eine Moschee auf dem Tempelberg mit diesem Namen (die ja heute noch steht). Zum religiösen Status von Jerusalem muß man zudem laut und deutlich sagen: Jerusalem wird im Koran wird kein einziges Mal Jerusalem erwähnt ("El Kuds" - der arabische Name), weswegen der Tempelplatz allein schon deshalb kein echtes mohammedanisches Heiligtum sein KANN, entgegen den ständigen Behauptungen! Zum Verleich: In der Bibel kommt Jerusalem über 800 mal vor. Dies nur zur tatsächlichen geschichtlichen Bedeutung des Tempelplatzes und Jerusalems für die ein und andere Seite! <ü>10. Fazit: Die Behauptung, Sharon sei in irgendeiner Weise für den Ausbruch der Intifada mitverantwortlich, basiert auf ungenaue und oberflächliche Beurteilung der Lage zur Grundlage. Dies hat auch nichts mehr mit Berichterstattung oder Journalismus zu tun.

Ich möchte nur noch anfügen, daß es in allen Jahrhunderten in Europa Antisemitismus und Antijudaismus gab ( vom "3. Reich" mal gar nicht zu sprechen ) - bis hin in die akademischen Schichten - warum sollte sich das heute geändert haben? Begründungen dafür findet man immer. In den Vorwehen des Holocaust hieß es auch: "Die Juden sind unser Unglück" - heute heißt es "jüdische Siedler sind ein Hindernis zum Frieden". Die Forderung war "Kauft keine jüdischen Produkte" und heute heißt es "EU-Importverbot für israelische Waren".

Grade las ich im Geschichtbuch, daß am Ende des 18. JH die sog. "Judenemanzipation" gab - eine "durchgeführte" rechtliche Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung mit der christlichen in den meisten Ländern Europas. Während die Juden in Frankreich im Rahmen der frz. Revolution zu gleichberechtigten Staatsbürgern wurden, zog sich die Emanzipation in Deutschland beinahe das ganze 19. Jahrhundert hin. Mein Geschichtsbuch schreibt (man soll ja aus der Geschichte lernen): "Dabei wuchs mit zunehmenden Fortschritten der Antisemitismus. Dieser bewirkte, daß letztlich die jüdischen Bürger zwar rechtlich gleichgestellt waren, aber tatsächlich häufig sozial benachteiligt wurden." Tatsächlich wächst der Antisemtismus heute in ganz Europa wieder rasant.

Auch heute wieder meinen Leute wie EU-Politiker, daß offensichtlich der jüdische Staat von anderen kontrolliert werden muß, die Außenminister berieten ja darüber. Man ist wieder der Meinung, daß man über die Israelis über "Palästina" - "bestimmen" darf und mischt sich großherrschaftlich in den Nahost-Konflikt ein, wobei ein "Palästinenserstaat beschlossen" wird, als sei "Palästina" eine Kolonie Europas. Dabei wird vergessen, daß das Land Palästina bereits schon geteilt wurde: nämlich in einen jüdischen Staat (Israel) und in einen arabischen (Transjordanien, heutiges Jordanien). Einmischung und Bestimmung (Dominanz) ggü. Juden aber sind die Kennzeichen der Geschichte, das gleiche Muster sehen wir heute wieder.

Mit freundlichen Grüßen:
J.Haller


1. CFrI-Pressespiegel (Auszug zum Thema, März 2001)
2. Marwan Barghoutis selbst erklärte Rolle beim Beginn der "Intifada" (August 2002)
3. J. Hallers Anmerkungen (Dezember 2003)