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Erniedrigung Nissan Ratzlav-Katz, 2003 |
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Original: Degradation
„Täglich schmähen mich meine Feinde und die mich spotten, fluchen mit meinem Namen“ (Pslam 102,9)
Als die Nazis beim Anschluss 1938 in Österreich einmarschierten, machten sie sofort und mehr als deutlich klar, wie die neue Politik bezüglich der Juden in der neuen alten Provinz des Reichs aussah. Als Teil dieser Politik war der erste Schritt der Nazis die örtlichen jüdische Führung und ihre Familien zu erniedrigen und zu terrorisieren. Die Erniedrigung der Juden durch uniformierte Deutsche, wussten die Nazis, machte die Juden fügsamer und bestätigte und rechtfertigte die Verachtung der Nichtjuden gegenüber ihren jüdischen Nachbarn.
In Wien suchten sich Nazi-Offiziere den unter Chassidim als Sadigerer Rebbe bekannten, berühmten Rabbi Avrahom Yaakov Friedman aus Sadigora für ihre Belustigung aus. Sie zwangen den gelehrten religiösen Führer unter den spöttischen Blicken der zuschauenden Deutschen und Wiener die Straßen zu fegen. Der Rabbi sagte seinen Chassidim: „Es stört mich nicht ein Straßenkehrer zu sein. Sind die Straßen Wiens nicht auch die Straßen Gottes? Was mich ärgert ist die Schändung des Namens Gottes, dass die Juden in den Augen der Nichtjuden erniedrigt werden.“ Der Rabbi erzählte, er legte eines Tages ein Gelübde ab, dass, sollte Gott ihm irgendwann ermöglichen in das Land Israel zu emigrieren, er bereitwillig dort die Straßen fegen würde.
Im Land Israel, am 30. Juni 2003, war es Tag Eins nach einem weiteren israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen. Unbeschränkter palästinensischer Verkehr war auf den großen Durchgangsstraßen in der Region wieder hergestellt. Bewaffnete PA-Wachen standen an einigen der wichtigsten Straßen. Israelische Soldaten, die an der großen Kreuzung von Gush Katif dienten, nachdem die Kontrolle der PA übergeben wurde, wie auch Zivilisten, die die Straße benutzten, erzählten, dass aus fast jedem vorbei fahrenden arabischen Auto eine Kalaschnikow ausgelassen und spöttisch auf die israelischen Soldaten und Zivilisten gerichtet wurde. Die IDF hatte natürlich Befehl, diese Provokationen zu ignorieren.
Noch einmal: „Was mich ärgert“, sagte der Sadigerer Rebbe, „ist, dass die Juden abgewertet werden...“
Wir werden wieder erniedrigt, Rabbi. Aber diesmal findet das im Land Israel statt. Wir haben keine anderen Straßen, die wir gehen können; dies sind unsere Straßen. Unsere nationale Ehre muss hier wieder gewonnen werden – und das muss jetzt geschehen.
Mancher mag sagen, dass ein Kampf – physisch oder anders – um einen so esoterischen Wert wie „nationale Ehre“ zu führen, kindisch ist, falsch geleitet, sogar unmoralisch. Das ist es aber nicht. Es ist von übergeordneter praktischer Wichtigkeit. Ein Volk, das erlaubt, dass seine nationalen Symbole erniedrigt und seine heiligen Stätten geschändet werden; das seinen Feinden erlaubt, öffentlich zur Vernichtung seiner Mitglieder aufzurufen; das erlaubt, dass seine grundlegendsten historischen Ansprüche durch relativistische Behauptung über „wettstreitende Erklärungen“ herabgesetzt werden; das internationale Diffamierung und Lügen mit Gleichmut erleidet – dieses Volk untergräbt letztlich seine eigene Moral wie auch seine Abschreckungsfähigkeit. Damit schwächt es jeden moralischen Anspruch, den es zur Unterstützung seiner physischen Selbstverteidigung erheben könnte, wenn die Zeit dafür kommt. Die Völker der Welt, Freunde wie Feinde, werden den Schluss ziehen, dass ein Volk, das nicht bereit ist seine Ehre zu verteidigen, ein unehrenhaftes Volk sein muss. Solch eine tolerante, nachsichtige Nation ist dazu bestimmt, entweder immer währende Opferschaft zu akzeptieren oder sie ist gezwungen ihre Ehre– ihre Abschreckungsfähigkeit – wieder zu gewinnen, indem sie weitaus tragischere Mittel benutzen, als es andernfalls nötig gewesen wäre.
Arabischen Bewaffneten zu erlauben vorbeizufahren und dabei ihre Kalaschnikows spöttisch auf israelische Soldaten zu richten, bedeutet jetzt, dass später Israelis durch diese Kalaschnikows sterben werden. Den arabischen Terroristen, die die palästinensische Autonomie leiten, ist es erlaubt worden, in ihren Medien die Juden seit zehn Jahren zu verunglimpfen; arabische Mobs skandieren auf den Straßen von Judäa, Samaria und Gaza: „Tod den Juden!“; pausenlos belügen arabische Führer die Welt und uns; und israelische Führer murmeln wiederholt Entschuldigungen dafür, dass Juden in ihrem alt hergebrachten Heimatland leben. Wir fanden Entschuldigungen für unsere arabischen Feinde, wir ignorierten sie, wir zahlten, wir erlaubten ihnen Verbrechen gegen die Moral ohne Strafe zu verüben. Das Ergebnis all dieser Geduld ist beständig steigende, gegen Juden hier und andernorts gerichtete Gewalt gewesen. Was der Staat Israel vor zehn Jahren mit minimalen politischen und physischen Kosten dadurch hätte verhindern können, dass er aus Prinzip standzuhalten, wird er nun mit massiver Gewalt und Zerstörung beenden müssen – wenn er das überhaupt kann.
Der Sadigerer Rebbe starb 1961. Er hielt sein Versprechen aus dem Krieg, nachdem er im Land Israel eintraf. Früh an jedem Morgen, bevor die meisten Leute überhaupt erst wach waren, nahm der ehrenwerte Rabbi einen Besen in die Hand und fegte die Straßen im Umfeld seines Hauses in Tel Aviv.
Wann wird der Staat Israel endlich seine Erniedrigung beenden und die drohenden, spottenden Feinde von den Straßen fegen?
Nissan Ratzlav-Katz ist kommentierender Redakteur bei Israel National News.com und schreibt regelmäßig für National Review Online. Seine Kommentare sind international veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt worden. Er kann über seine Homepage www.nrk-online.com erreicht werden.
Übersetzung aus dem Englischen: H.Eiteneier