* Für Isaac Jacob Meyers (1979-2008) In Memoriam Perpetuam.
Mein Cousin Isaac Jacob Meyers aus New York war Doktorand der Klassischen Antike an der Harvard University. Als praktizierender Jude liebte Isaac Jerusalem, das Judentum, Hebräisch, Latein und Griechisch. Sein vorzeitiger Tod durch einen Verkehrsunfall ist ein großer persönlicher Verlust und ein Verlust für die Gelehrtenwelt. Möge die Erinnerung an ihn gesegnet sein.
Ich möchte meinen Dank aussprechen: an Herrn David Zwebner und Herrn Menahem Lewinsky von der Hazvi Yisrael-Synagoge in Jeruaslem, die mich einluden am Jerusalem-Tag, 1. Juni 2008, vor ihrer Gemeinde zu sprechen, wo ich einen Vortrag in Hebräisch zu diesem Thema hielt, der als Inspiration zu diesem Aufsatz diente.
[1] Tacitus: Historiae V, 8,1, in: Menahem Stern: Greek and Latin Authors on Jews and Judaism. Jerualem: Israel Academy of Sciences and Humanities, Vol. II, Nr. 281, 1980, S. 21, 28. Der lateinische Text ist: „Hierosolyma genti caput.“Der Begriff „gens“ bezieht sich auf das Volk von Judäa, die Juden, die im ersten Teil des Satzes erwähnt werden. Alle Quellen in diesem Aufsatz entstammen Sterns Anthologie, s. Anmerkung 9.
[2] Dennis Ross: The Missing Peace. The Inside Story of the Fight for Middle East Peace. New York, Farraf, Straus and Giroux, 2004, S. 694, 699. Es sit bemerkenswert, dass die heidnische Stadt Nablus (die arabische Aussprache des griechischen “Neapolis”) vom römischen Kaiser Vespasian einige Jahre nach seinem Sieg über die Juden und der Zerstörung des Tempels und Jerusalems im Jahr 70 gegründet wurde. Neapolis, das in Samaria in der Nähe der biblischen Stadt Schechem liegt, hatte eine heidnische Bevölkerung. Eine kurze Beschreibung der offiziell von der palästinensischen Autonomiebehörde unterstützten und geförderten Umschreibungen und Fälschungen der antiken Geschichte Jerusalems und der Region zur Negierung ihrer jüdischen Vergangenheit, der Leugnung jüdischer Ansprüche und Ersetzung derselben durch die von Arabern, Muslimen und Palästinensern ist hier zu finden: Itamar Marcus/Barbara Crook: „Antisemitism among Palestinian Authority Academics“, Post Holocaust and Antisemitism 69, 1. Juni 2008.
[3] Die vehemente Negierung der Existenz einer jüdischen, vorislamischen Vergangenheit in der Geschichte Jerusalems und zahlreicher Gegenschilderungen, die behaupten, dass der Tempel von Adam oder Abraham gebaut und später von König Salomo und Herodes renoviert wurde, hat Yitzhak Reiter gesammelt und analysiert in: From Jerusalem to Mecca and Back: The Muslim Rallying Around Jerusalem. Jerusalem, Institute for Israel Studies, 2005 [Hebräisch]. Eine Zusammenfassung gibt es von Nadav Shragai: „In the Beginning was Al-Aqsa“, Ha’aretz, 27. November 2005. Zum Gebrauch muslimischer Argumente bei der Werbung für Pläne zur Teilung Jerusalems siehe Nadav Shragai: „Jerusalem: The Danger of Division“, 1-6 (Hebräisch) auf http://www.jcpa.org/. Zur islamischen Besitzergreifung der biblischen jüdischen Vergangenheit s. Jacob Lassner: „The Origins of Muslim Attitudes toward the Jews and Judaism“. Judaism, 39, 4 (Herbst 1990), S. 494-507. Lassner schreibt: „...die muslimische Antwort auf die Juden und das Judentum entstammt einem intensiven Wettstreit zur Besetzung der zentralen Bühne, die für beiden Religionen heilig ist. Die Geschichte der Juden war eine Historie, die Muslime sich im Koran, seinen Kommentaren und anderen islamischen Texten aneigneten.“ (S. 497-498). Die ‚Geschichte Jerusalems scheint ebenfalls in diese Kategorie zu gehören.
[4] Für eine triftige Präsentation der Fragen siehe Dore Gold: The Fight for Jerusalem: Radical Islam, the West, and the Future of the Holy City. Washington D.C., Regnery, 2007. Eine exzellente Integration der historischen und archäolgoischen Quellen kann gefunden werden bei Lee I. Levine: Jerusalem. Portrait of a City in the Second Tempel Period (538 BCE – 70 CE). Philadelphia, Jewish Publication Society, 2002, der eindeutig den jüdischen Charakter Jerusalems in der Zeit des zweiten Tempels nachweist. Zu den Tempelberg-Ausgrabungen siehe Eliat Mazar: The Complete Guide to the Temple Mount Excavations. Jerusalem, Shoham Academic and Research Publication, 2002.
[5] Martin Goodman betont den heftigen Antijudaismus der flavischen Dynastie (69-96 unserer Zeitrechnung), die ihr Prestige dem entscheidenden und brutalen Sieg über die Juden verdankt. Darüber hinaus initiierten die Flavier nach der Zerstörung Jerusalems eine antijüdische Politik, um zu zeigen, dass „die nicht nur die Bezwingung Judäas gefeiert wurde, sondern die des Judentums“. Goodman führt an, dass diese imperiale Politik eine Quelle des christlichen Antijudaismus war: Rome and Jerusalem: The Clash of Ancient Civilizations. London, Penguin Books, 2007, S. 453ff, 582ff. Ähnlich berichtet Rene S. Bloch die negativen Äußerungen des Tacitus im antijüdischen Diskurs der flavischen Ära und ihren Einfluss auf westliche Haltungen zu Juden und Judentum: Antike Vorstellungen vom Judentum: Der Judenexcursus des Tacitus im Rahemen der griechisch-römischen Ethnographie. Stuttgart, Franz Steiner-Verlag, 2002, S. 221-223.
Zu griechischen und römischen Einstellungen zu Juden und Judentum siehe E. Gabba: „The Growth of anti-Judaism or the Greek Attitude towards Jews“. In: W.D. Davies/L. Finkelstein u.a.: The Cambridge History of Judaism, Vol. II: The Hellenistic Age. Cambridge, Cambridge University Press, 1989, S. 614-656; Louis H. Feldman: Jew and Gentile in the Ancient World. Princeton, N.J., Princeton University Press, 1993), insbesondere S. 123-176; Peter Schaefer: Judeophobia: Attitudes toward the Jews in the Ancient World. Cambridge, Mass., Harvard University Press, 1997. Zur Herkunft des Antisemitismus in Ägypten im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und den Umständen des ersten Pogroms gegen Juden, das im Jahr 38 in Alexandria stattfand und von der griechischen Mehrheit begangen wurde, siehe Manfred Gerstenfeld: Interview with P.W. van der Horst: „The Egyptian Beginning of Anti-Semitism’s Long History“, Post Holocaust and Anti-Semitism, 62, 1. November 2007.
[6] Josephus: The Life; Against Apion, ins Englsiche übersetzt von H. St. John Thackery, Cambridge, Mass., Harvard University Press, 1966. Eine Zusammenfassung der Geschichte, Bedeutung und Inhalte von Gegen Apion findet sich bei E Schuerer: The History of the Jewish People in the Age of Jesus Christ, rezensiert von Geza Vermes und Fergus Millar, Edinburgh, T.&T. Clark, 1973, I, S. 54-60. Die jüngste, gründliche Studie von Gegen Apion (in Englisch) ist: Louis H. Feldman/John R. Levison (Hg): Josephus‘ Contra Apionem: Studies in Ist Character and Context, Leiden, Brill, 1996.
[7] Josephus: Against Apion, II, S. 151-296.
[8] Schuerer, I, S. 20-43, 63-68.
[9] Menachem Stern: Greek and Latin Authors in Jews and Judaism, I-III. Jerusalem, Israel Academy of Sciences and Humanities, S. 1974-1984. Mein Lehrer Prof. Menahem Stern, gesegneten Andenkens, war Profossor für Jüdische Geschichte der Zeit des Zweiten Tempels an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Stern war ein produktiver Gelehrter und Experte für griechische und lateinische Texte. Er wurde 1989 in Jerusalem auf dem Weg zur Hebräischen Universität und der Nationalbibliothek in Jerusalem von einem palästinensischen Terroristen ermordet. Eine frühere, weniger umfangreiche Anthologie über griechische und lateinische Texte ist Theodore Reinach: Textes d’auteurs grecs et romains relatifs au Judaisme. Paris, Ernest Leroux, 1895 (in Französisch).
[10] Arnaldo Dante-Momigliano: „The Hellenistic Discovery of Judaism“. In: Alien Wisdom: The Limits of Hellenization. Cambridge, Cambridge University Press, 1975, S. 74-96. Momigliano erklärt, dass “zum Ende des sechsten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung sie bereits Bücher zu Ethnographie und Geographie schrieben“ (S. 74).
Nach Angaben von Bloch, passim., S. 222, bezogen sich griechische und römische Autoren anders auf die Juden als auf andere antike Völker, deren Kleidung, Wohnorte, Klima und Waffen ausführlich diskutiert wurden.
[11] Herodot: Historiae II, S. 104,3; Stern, I, Nr. 1, 2.
[12] Zu Übernahme des Begriffs „Palästina” und „Palästinenser“ durch die palästinensischen Araber des 20 Jahrhunderts und ihren Gebrauch als ethnisches Identifikationsetikett, die aber ursprünglich und über Jahrtausende hinweg geographische Begriffe waren, s. Bernard Lewis: „The Palestinians and the PLO: A Historical Approach“, Commentary 59 (Januar 1975), S. 32-48. Lewis vermerkt, dass die Römer Judäa 137 unserer Zeitrechnung in „Syria Palestina“ umbenannten und Jerusalem in „Aelia Capitolina“, um „die letzten Funken nicht nur der [Bar Kochba] Revolte, sondern der jüdischen Nationalität und Staatlichkeit auszumerzen ... mit derselben Absicht – seine historische jüdische Identität zu tilgen“ (S. 32).
[13] Eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen Interpretationen der verschiedenen Reaktionen der Juden auf den Einfluss des Hellenismus und die Bedeutung der Hellenisierung in der jüdischen Geschichte des Zeit des zweiten Tempels und des Talmud findet sich bei L. Levine: „Hellenism and the Jewish World of Antiquity“, Judaism and Hellenism in Antiquity: Conflict or Confluence. Seattle, University of Washington Press, 1998, S. 3-32.
[14] Momigliano, S. 90-91; Johanan Hans Lewy: „Aristotle and the Jewish Sage“, in: Studies in Jewish Hellenism (Hebräisch: Olamot Nifgashim). Jersualem, Bialik Institute, 1969, S. 15-43; Josephus: Against Apion, I, S. 176-183; Stern, I, VII, Nr. 15, S. 47-52.
[15] Zu den Antiexodus-Schilderungen als wichtigem Motiv griechisch-römischen Antisemitismus siehe: Van der Horst; Schaefer, S. 15-33. Momigliano, S. 91-95, ist der Ansicht, dass die griechischen Autoren entweder nichts vom Bericht des Exodus in der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der Torah, wussten oder die Anerkennung ihrer Historizität ablehnten. Im Gegensatz dazu bleibt Erich S. Gruen dabei, dass diese Erzählungen nicht Teil einer konzertierten antijüdischen Kampagne der Heiden waren; sie „stammen von ägyptischen Verzerrungen jüdischer Legende, aber im Gegenteil, der jüdische Erfindergeist eignete sich den ägyptischen Mythos an.“ („Der Gebrauch und der Missbrauch der Exodus-Geschichte“, Heritage and Hellenism: The Reinvention of Jewish Tradition. Berkeley, University of California Press, 1998, S. 41-73, insbesondere S. 71-73. Gruens Argument ist jedoch weder von Bedeutung noch überzeugend, da klar ist, dass die oft wiederholten Antiexodus-Erzählungen tatsächlich Teil der wesentlichen Stützung des Antijudaismus und des Judenhasses in der griechisch-römischen Welt formen. Eine Reaktion auf Gruen bietet John J. Collins: „Reinventing Exodus: Exegesis and Legend in Hellenistic Egypt“. Jewish Cult and Hellenistic Culture, Leiden, Brill, 2005, S. 44-57 und 191-193.
[16] Die Antiexodus-Texte des Hecataios: Aegyptiaca, in: Diodorus Siculus: Bibliotheca Historica XL,3 (Photius, Cod. 244). Stern, I, V, Nr. 11, 1-8, S.20-35, in: Against Apion I, S. 183-204; Stern, I, V, Nr. 12, S 35-44; und bei Manetho in: Against Apion I, S. 73-91, 93-105, 228-252; Stern, I, X Nr. 19-21, S. 66-86. Zu den Theorien über das Datum der Hecataios zugeschriebenen Texte s. Anmerkung 21.
[17] Van der Horst, op.cit.
[18] Daniel R. Schwarz: „Introduction“ zu Studies in the Jewish Background of Christianity. Tübingen, Mohr, 1992, S. 10-15 weist das weit verbreitete Phänomen des Übertritts zum Judentum, einem Lebensstil und Glaubenssystem, das über territoriale Grenzen hinaus ging, dem Einfluss der massiven kulturellen Angleichung an den Hellenismus in der gesamten mediterranen Welt zu, durch die man hellenisiert werden konnte, ohne in Griechenland zu leben. Zur Attraktivität des Judentums und dem Erfolg des Bekehrungseifers unter Griechen und Römern siehe Feldman, S. 177-341. J.H. Lewy: „The Second Tempel Period in Light of Greek and Roman Literature”, op.cit., S. 3-14 argumentiert, die Krisen, die antijüdische Schriften stimulierten, war der Zustrom von Juden in das ptolemäische Ägypten während des dritten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung, der Triumph der Hasmonäer-Dynastie (Mitte bis Ende des zweiten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung) gegen die griechischen Seleukiden, die hasmonäische Politik gegenüber den Griechen, die Unterwerfung der ehemaligen griechischen Herrschaftsgebiete unter die Römer und die vom römischen Kaiser GAius Caligula durch sein Beharren der Anbetung seiner Statue geschürte Krise. Spätere römische Intellektuelle empfanden die Attraktivität des Judentums und jüdischer Missionstätigkeit als Untergrabung ihres traditionellen Lebensstils. Mit der Wiederholung des Antiexodus-Materials, um seine Kampagne gegen die Rechte der Juden zu unterstützen, führte Apion die griechische Delegation zu Kaiser Gaius Caligula (37-41 unserer Zeitrechnung); das geschah während der Zeit interethnischer Krisen in Alexandria, die durch die kaiserliche Politik und das Pogrom des Jahres 38 verschlimmert wurde. Zu Alexandria siehe Van der Horst, op.cit.; Schaefer: Judeophobia, S. 136-160; und Collins: „Anti-Semitism in Antiquity? The Case of Alexandria“, op.cit., S. 181-201.
[19] Tacitus: Historiae V: 4,1; Stern II, XCII Nr. 281, S. 19, 25. Nach Angaben von Bloch (S. 221-223) spiegelt der Exkurs von Tacitus zu den Juden den antijüdischen Diskurs der flavischen Ära und den Glauben an die Überlegenheit des römischen Reiches wider. Siehe Goodman, S. 453ff. Erich S. Gruen jedoch spielt jede Vorstellung einer „lange gärenden Feindseligkeit“ als Grundlage antijüdischen Ausdrucks in Folge der Revolte in Judäa herunter und schreibt die negativen römischen Einstellungen dem Schock der Herausforderung durch ein „lächerliches“ Volk zu. Gruen: Roman Perspectives on the Jews in the Age of the Great Revolt“ in: Andrea M. Berlin/J. Andrew Overman: The First Jewish Revolt: Archeology, History, Ideology. London, Routledge, 2002, S. 27-39.
[20] Manethos Verweis auf Jerusalem kommt aus seiner Aegyptiaca und wird von Josephus in Gegen Apion widerlegt: Against Apion I, S. 90; I, S. 93; I, S. 228; Stern, I, X, Nr. 19 S. 68-69; Nr. 20 S. 74-75; Nr. 21 S. 78, 81, 83.
[21] Hecataios, in Stern, I, V, Nr. 11 S. 26-28. Nach Stern (I S. 20-24) schrieb Hecataios ca. 300 vor unserer Zeitrechnung. Seine Aegyptiaca kommt über das Werk von Diodorus Sirculus aus dem ersten Jahrhundert zu uns, dies wiederum über die Bibliotheca des Photius aus dem 10. Jhdt. Diodorus könnte den Originaltext verändert haben. Against Apion I S. 183-204 schließt einen Abschnitt mit dem Titel „On the Jews“ (Von den Juden) von Hecataios ein, der als früheste griechische Beschreibung des Tempels und Jerusalems gilt. Mehrere Forscher haben die Authentizität der Absätze bei Josephus in Frage gestellt. Stern legt die allgemein akzeptierte Meinung vor, Josephus habe „eine jüdische Überarbeitung vorliegen gehabt, so gering diese auch vorgenommen sein mag“, die etwas pro-jüdischer war als das Original von Hecataios (i, S. 23-24). Eine detaillierte Untersuchung des Materials, das Josephus Hecataios zuschreibt, erklärt jedoch, dass es von einem ägyptischen Juden des späten zweiten/frühen ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung und nicht von Hecataios geschrieben worden; s. Bezalel Bar Kochba: Pseudo-Hecataios‘ On the Jews: Legitimizing the Jewish Diaspora, Berkeley, University of California Press 1996, insbesondere S. 110-121, 249-252. Diese Sichtweise passt zu Erich S. Gruens spätere These (Anmerkung 15), obwohl sie nicht allgemein akzeptiert wird. S. auch Bloch, S. 29-36.
[22] Zu Moses in heidnischen Schriften: Feldman: Jew and Gentile, S. 232-287. Zur griechischen Logik hinter der Identität des Gründers der Religion, Eroberer des Landes und Erbauers des Schreins siehe Bloch, S. 34, Anmerkung 38. Josephus: Against Apion II, S. 154-178, 352-365. Josephus führt an, dass Moses der älteste Gesetzgeber der Menschheitsgeschichte ist und seine Gesetze denen andere Völker überlegen sowie allen zugänglich waren.
[23] Diodorus: Bibliotheca Historica XXXIV, 1:1,2,3 in: Stern, I, XXXII Nr. 63.
[24] Lysimachus in: Against Apion I, S. 304-311; Stern, I, LXII Nr. 158, S. 383-386.Stern vermerkt, dass Lysimachus’ Bezugnahme auf Hierosyla ein Beispiel für die Etymologie des Namens einer Nation ist (386, Nr. 311).
[25] Tacitus: Historiae V, 2:1-2; Stern, II, XCII Nr. 281, S. 17-18, 24-25. Stern stellt heraus, dass Tacitus’ Bezugnahme auf “Herosolymus” und “Iuda” denen seines Zeitgenossen Plutarch ähnelt (S. 33, Anmerkung 2:2). Zu Plutarch s. Stern, I, XCI, Nr. 259, S. 563.
[26] Tacitus: Historiae V, 3:1-5:5; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 18-19, 25-27.
[27] Tacitus: Historiae V, 6:1-13:4; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 19-23, 27-31. Bloch, S. 102-107, stellt korrekt heraus, dass Tacitus der politischen Geschichte der Juden vor der Großen Revolte, der Belagerung Jerusalems durch Titus kaum Aufmerksamkeit widmet. Sie interessiert ihn einfach nicht. Die Andersartigkeit der jüdischen Religion, die er von den Juden Roms kennt, war dagegen seiner Kritik würdig (Bloch, S. 222-223).
[28] Menander von Ephesus in Against Apion I, S. 126; Stern, I, XX Nr. 35, S. 120-121; Dius in: Against Apion I, S. 114-115; Stern, I, XXI, Nr 36, S. 124-125; Laetus in: Stern, I, XXIII, Nr. 39, S. 128-129. Vielleicht kannten diese Autoren den biblischen Bericht, der die Beziehungzwischen Salomo und Hiram beschreibt, sowie die Rolle des Zweiten bei der Lieferung des Materials für den Tempel oder erhielten ihre Informationen von einer unbekannten phönizischen Quelle.
[29] Hecataios „On the Jews“ in: Against Apion I, S. 198-199; Stern, I, V, Nr. 12, S. 36-37, 39. S. Anmerkung 21 zu den Problemen mit diesem Abschnitt. Bar Kochba, S. 153-154, 160-168 erklärt, dass der Autor, Pseudo-Hecataios, ein ägyptischer Jude an der Wende zum ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, seine Beschreibung auf Modelle des Tempels aus der griechischen Literatur stützte und mit den heidnischen Tempeln und ihrer Umgebung bekannt war. Daher ist der Tempel in Jerusalem nicht das im Text beschriebene Gebäude.
[30] Tacitus, Historiae V:12:1 (Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 22, 30.
[31] Hecataios in: Diodorus: Aegyptiaca, Bibliotheca Historica LX, S. 3, 4-6; Stern, I, V, Nr. 11, S. 26-28.
[32] Livy in: Stern, I, XLVI, Nr. 133, S. 330. Tacitus: Historiae V: 8:1, 9:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Tacitus berichtet, dass erst nach Pompejus’ Eindringen in den Tempel 63 vor unserer Zeitrechnung allgemein bekannt wurde, dass das Heiligtum leer war. Er wiederholt die griechischen Schmähungen und Gerüchte über das Heiligtum nicht.
[33] Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 17:2-3; Stern, II, CXXII, Nr. 406, S. 349, 351.
[34] Diodorus: Bibliotheca Historica XXXIV:2-4; Stern, I, XXXII, Nr. 63, S. 182-183. Zum heidnischen Vorwurf der jüdischen Esels-Verehrung s. Schaefer, S. 58-62.
[35] Dieser Bericht unterscheidet sich von jüdischen Versionen des Eindringens des Antiochus IV. nach Jerusalem und die Schändung des Tempels in Makkabäer I und II. Während alle anderen die Anstrengungen des Antiochus zur Abschaffung der jüdischen Gebräuche betonen, erklärt Diodorus, dass er nach der Annahme von Tribut von den Juden und dem Abriss der Mauern Jerusalems die Juden in Ruhe ließ. Er erwähnt die Juden nicht, die, angeführt von Judas, dem Makkabäer, den Soldaten des Antiochus und seinen Unterstützen den Tempel wieder abnahmen und wieder weihten.
[36] Posidonius in: Against Apion II, S. 80, 89-96; Stern, I, XXVIII, Nr. 44, S. 145-146; Apollonious Molon in: Against Apion II, S. 80, 89-96; Stern, I, XXIX, Nr. 48, S. 12-154; Apion in: Against Apion II, S. 80, 90-96; Stern, I, LXIII, Nr. 170, S. 408-412.
[37] ebenda.
[38] ebenda.
[39] Eine Erklärung der Herkunft der Kannibalismus-Beschuldigungen an die Juden durch Apion könnte bei Stern gefunden werden: Stern, I, S. 412, Anmerkung 89. S. auch Schaefer, S. 62-67. Regelmäßige Entführung und Tötung eines Nichtjuden findet sich natürlich in den mittelalterlichen Ritualmord-Vorwürfen, deren erster im englischen Norwich im Jahr 1144 aufkam. Es gibt riesige Unterschiede zwischen den Behauptungen Apions und dem Zusammenhang der Ritualmord-Vorwürfe in Europa, bei denen unschuldige christliche Kinder als Opfer vorkommen, die von Juden ermordet wurden, um ihr Blut für Pessah-Rituale zu nutzen.
[40] Cicero: Pro Flacco, 28:66-69; Stern, I, XXXIV, Nr. 68, S. 196-201. Zu Ciceros Haltung zu den Juden s. J. Jewy: “Cicero and the Jews in the Pro Flacco”, op.cit., S. 79-114. Nach Feldman, S. 70, waren die Juden Jerusalem und dem Tempel gegenüber so loyal, dass sie bereit waren sich über ein römisches Edikt hinwegzusetzen und große Geldsummen an den Tempel zu schicken.
[41] Tacitus: Historiae V, 5:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 19, 26. Sowohl Bloch (S. 93) als auch Feldman (S. 110) erklären, dass die Tatsache, dass zahlreiche Bekehrte ebenfalls den halben Schekel an den Tempel in Jerusalem zahlten, zur Ansammlung riesiger Geldsummen führte, die im gesamten Reich gesammelt und dem Tempelschatz geschickt wurden, was zu Neid der Nichtjuden auf den jüdischen Reichtum und Antipathien gegenüber Konvertiten zum Judentum führte.
[42] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28.
[43] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, ebenda.
[44] Against Apion I, S. 209-211; Stern, I, XVII, Nr. 30a, S. 106-107.
[45] Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 15:2:1-4; Stern, II XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Josephus preist und beschreibt ausführlich die Tatsache, dass die Juden während des Feldzug des Pompejus keine Verteidigungsanlagen um Jerusalem errichteten, um den Sabbath nicht zu entehren und damit seinen Einfall in die Stadt und den Tempel erleichterten (Jewish War I, S. 145-147; Jewish Antiquities XIV, S. 63-65).
[46] Zum Laubhüttenfest: Plutarch: Quaestiones Convivales IV: 6:2, in: Stern, I, XCI, Nr. 258, S. 553-554, 557-558. Zu Plutarchs Beschreibung des Festes: Schaefer, S. 53-54.
[47] Plutarch: Regum et Imteratorum Apophthegmata; Stern I, XCI, Nr. 260, S. 563-564. Ein ähnlicher Verweis auf die Belagerung Jerusalems durch Antiochus VII Sidetes während des Laubhüttenfestes siehe: Josephus: Jewish Antiquities XIII, S. 242-248. Josephus stellt allerdings heraus, dass Antiochus die Belagerung aufhob, wogegen Plutarch erklärt, die Juden seien überrascht worden und hätten sich in seine Hände begeben.
[48] Livy: Periochae CII; Stern, I, XL VI, Nr. 131, S. 329.
[49] Cicero erklärt, dass Pompejus “seine siegreichen Hände auf nichts in diesem Schrein legte“: Pro Flacco 28,67; Stern, I, XXXIV, Nr. 68, S. 196-197; Tacitus: Historiae V, 9:1; Stern II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28 vermerkt, dass während des Einfalls des Pompejus „die Mauern Jerusalems geschleift wurden und der Tempel stehen blieb“. Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 15:2:1-4; Stern, II, XCCII, Nr. 406, S. 349-350 beschreibt kurz die Schwierigkeit den Tempel zu erobern, aber anders als andere schreibt er: „Sein Reichtum wurde geplündert.“ Sowohl in Jewish War I, S. 152-153 wie auch in Jewish Antiquities XIV, S. 72 lobt Josephus Pompejus‘ vorzüglichen Charakter und die Tatsache, dass er nichts vom Gold und den Tempelgerätschaften anrührte.
[50] Tacitus; Stern, II, XCII, Nr. 273-294, S. 1-93; Cassius Dio; Stern, II, XCCII, Nr. 406-441, S. 345-407. Zu Tacitus’ Beschreibung von Vespasian und Titus angesichts der jüdischen Revolte siehe Bloch, S. 137-142.
[51] Sueton: The Twelve Caesars, „Divius Titus“ 5:2; Stern, II, XCIV, Nr. 317, S. 125-126.
[52] Cassius Dio: Historia Romana LXIX, 12:1; Stern, II, CXXII, Nr. 440, S. 391-392.
[53] Against Apion I: 197; Stern I, V, Nr. 12, S. 36, 39. Bar Kochba, S. 110-113, argumentiert, dass diese Beschreibung einer ummauerten und befestigten Stadt Teil des Beweises eines späteren Datums und eines anderen Autors des Abschnitts dient, der von Josephus dem Hecataios zugeschrieben wird.
[54] Against Apion I:209; Stern, I XVII, Nr. 30, S. 106-107.
[55] Timochares in: Eusebuis: Praeparatio Evangelica IX:35:1; Stern I, XXV, Nr. 41, S. 135. Stern erklärt die Quelleder übertriebenen Zahlen.
[56] Xenophon von Lampsascus in: PE IX:36:1; Stern, I, XXVI, Nr. 42, S.138.
[57] Plinius der Ältere: Naturalis Historia, V:71: Stern, I, LXXVIII, Nr. 204, S. 469, 471-472.
[58] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Zu Tacitus’ physischer Beschreibung Judäas und Jerusalem im Vergleich mit seinen geografischen Daten zu anderen Orten, siehe Bloch, S. 101-102.
[59] Tacitus, Historiae V, 11:3; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 22, 30. Die detaillierteste physische Beschreibung Jerusalems und des Tempels vor der Belagerung durch Titus kann bei Josephus gefunden werden: The Jewish War, V, S. 136-247.
[60] Cassius Dio, Historia Romana LXVI, 4:1; Stern, II, CXXII, Nr. 430, S. 371, 373.
[61] Valerius Flaccus: Argonautica, I, S. 14; Stern, I, LXXIX, Nr. 226, S. 504-505; Martial: Epigrammata, VII, 82, 7; Stern, I, LXXXIV, Nr. 242, S. 526.
[62] Juvenal: Saturae, VI, S. 542-544; Stern, II, XCIII, Nr, 299, S. 100-101. Zur Bedrohung durch das Judentum, wie es von den Römern empfunden wurde, siehe Stern II, S. 94-95, 106-107. Sowohl Tacitus als auch Juvenal zeigen ihre Verachtung für Bekehrte (Bloch, S. 134-135) und ihre Abneigung für alle Menschen, ob Juden, Germanen oder Griechen, die sich nicht wie Römer verhalten (Goodman, S. 110, 160; Bloch, S. 136-137).