Medien und Nahost - ein Problem

11. September 2008

Barry Rubin: Was uns nicht gesagt wird (GLORIA Center, 05.09.2008)
Hugh Fitzgerald: Die Ignoranz der Reporter (Dhimmi Watch, 06.09.2008)

Das Problem der Wahrnehmung des Nahen Ostens und seiner Probleme, wie auch des Islam mit den Ambitionen seiner Anhänger, ist belastet durch die Berichterstattung in unseren Medien. Uns wird nur ein geringer Ausschnitt dessen berichtet, was wir für ein Verständnis dessen brauchen, was dort (und in Sachen Islam auch hier) geschieht, wie dort (und hier) gedacht wird und was die Ziele der "Protagonisten" sind.
Dieses Problems haben sich Barry Rubin und Hugh Fitzgerald in den beiden folgenden Texten angenommen.

 



Was uns nicht gesagt wird

Barry Rubin
GLORIA Center, 5. September 2008

Original: Things we're not told

In den alten Tagen gab es, wenn der Nachtwächter durch die Straßen der Stadt patrouillierte, einen Standard-Ruf: „Zehn Uhr und alles ist in Ordnung!“ Schlaft ruhig, alles ist gut.

Jede Woche, wenn ich anfange an dieser Kolumen zu schreiben, hoffe ich, dass ich in der Lage bin ein Äquivalent dazu zu schreiben. Dass ich einfach nur einen Satz schreiben könnte: „Diese Woche sind die Berichte fair und genau, also gibt es für mich nichts, über das ich schreiben müsste.“ Was Ihre Lesezeit, meine Arbeitsbelastung und den Zustand der Welt angeht, gibt es unglücklicherweise jede Woche tatsächlich etwas, über das ich schreiben muss. Leider gilt das auch für diese Woche.

Zunehmend kommt die Berichterstattung der Printmedien von Associated Press und Reuters, da die Zeitungen ihre teuren Auslandsbüros schließen. Das sollte eine gute Nachricht sein, denn diese beiden Nachrichtenagenturen sollen ja in ihrer Darstellung der Ereignisse fair, objektiv und ausgewogen – gar höflich – sein. In der Vergangenheit waren sie gelegentlich Israel gegenüber voreingenommen, allerdings nicht immer auf jede Weise und sich außerdem bewusst, dass es nicht in Ordnung war ihre Berichterstattung zu „färben“. Wie Adam und Eva, die aus dem Garten Eden vertrieben wurden, kannten sie ihre Blöße und schämten sich.

Heutzutage jedoch sind Scham wie Zurückhaltung entfleucht. Viele Artikel – wiederum: nicht alle – sind außergewöhnlich einseitig. Damit das geschehen kann, müssen mehrere Dinge statt finden:

Natürlich werden sie sagen, dass das alles Unsinn ist und sie einen sehr guten Job machen, vielen Dank. Das Problem ist jedoch, dass man so lächerlich einfach zeigen kann, dass das nicht wahr ist – so einfach, dass man kaum glauben kann, dass die Belege nicht wenigstens diejenigen außerhalb dieser Organisationen zu überzeugen, dass der Fall bewiesen ist.

Eines der gewöhnlichsten Muster, die wiederholt in meinen Kolumnen über die AP dargestellt sind, ist die Darstellung der palästinensischen, aber nicht der israelischen Seite.

Ein zweites ist den Israelis, die in Opposition zur Politik ihres eigenen Landes stehen und die palästinensischen Positionen unterstützen, mehr Raum zu geben als der israelischen Regierungs- und Mainstream-Sicht.

Ein drittes besteht darin, Israel für Probleme verantwortlich zu machen, aber nicht die Palästinenser oder wenigstens nicht die PA oder die Fatah. Es ist erlaubt die Hamas zu kritisieren.

Zu den am regelmäßigsten vorkommenden Missbräuchen gehört, dass man sagt, was die Palästinenser wollen, aber nicht, was Israel braucht; angebliche israelische Nichterfüllung von Verpflichtungen, aber palästinensische Nichterfüllung nicht einmal zu erwähnen, selbst wenn die Dinge aufgebracht werden.

Schauen wir uns Mark Lavie mit „Palestinians reject Israel's offer on interim peace plan” (Palästinenser weisen Israels Angebot eines Interims-Friedensplans ab) vom 1. September 2008 an. Es stimmt, dass die Schlagzeile die Ablehnung der Idee Israels für einen Interims-Friedensvereinbarung PA-Präsident Mahmud Abbas zuschreibt und dieser beschrieben, der „auf einem Alles-oder-nichts-Ansatz besteht, der praktisch eine Einigung bis zu einem Datum im Januar ausschließt“. Aber das wird durch den Raum mehr als wett gemacht, der dem palästinensischen Unterhändler Saeb Erekat gegeben wird, um die Position seiner Seite zu erklären.

„Wir wollen eine Vereinbarung zum Ende der [israelischen] Besatzung und Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt.“

Was will Israel? Wissen wir nicht. Man könnte es uns sagen: ein dauerhaftes Ende des Konflikts, der Hetze und des Terrors, gemeinsam mit Sicherheitsgarantien wären der Anfang. Man könnte Grenzänderungen und anderes hinzufügen. Aber ich kann mich buchstäblich nicht erinnern, jemals einen solchen Abschnitt gesehen zu haben.

Uns wird gesagt: „Beamte in Olmerts Büro sagten, Israel habe vorgeschlagen den Palästinensern den ganzen Gazastreifen, 93 Prozent der Westbank zusammen mit einem israelischen Landausgleich von 5,5 Prozent an der Westbank zu geben, ebenso einen Landkorridor durch Israel, um die beiden Gebiete zu verbinden. Die Palästinenser haben gesagt, dass Angebot sei inakzeptabel.“

Aber uns wird nicht gesagt, was die Palästinenser Israel anboten.

Es ist jedoch Raum für zwei Absätze mit palästinensischen Beschwerden: „... Die Palästinenser beschweren sich bitter über fortgesetzte Bautätigkeit in den Siedlungen der Westbank, trotz der israelischen Zusage diese als Teil eines Friedensplans von 2003 einzustellen, der weiterhin als Rahmenwerk für Verhandlungen dient. Abbas-Mitarbeiter Yasser Abed Rabbo nannte den Siedlungsbau ‚die kritischste Frage, die den ganzen Friedensprozess derzeit bedroht’.“

„Die Palästinenser beschuldigen Israel sich Westbank-Land einzuverleiben, das sie für ihren Staat beanspruchen. Israel hält dem entgegen, dass es keine Siedlungen ausdehnt; es baue innerhalb der Siedlungsblocks, die es in einem endgültigen Friedensabkommen zu behalten gedenkt.“

Hat Israel Beschwerden? Erheben die Israelis gegenüber den Palästinenser Vorwürfe, was die tun?

Der Rest ist Schweigen.

 



Die Ignoranz der Reporter

Hugh Fitzgerald
Dhimmi Watch, 6. September 2008

Original: The Ignorance of Reporters

Diesem ausgezeichneten Artikel [dem oben von Barry Rubin; HE] und anderen wie ihm, die folgen könnten – was natürlich eine Menge mentales Stehvermögen und eine gewisse Unerbittlichkeit erfordert – kann etwas weiteres hinzugefügt werden. Es ist etwas Allumfassendes, das über die Gehässigkeit (s. Robert Fisk, s. Barabara Plett) oder Nachlässigkeit oder voreingenommene Banalität und festgesetzte Phrasen und fossilierte Gedanken oder die Journalisten, die es nie ganz schaffen zu sehen, was ihnen ins Gesicht starrt, hinaus geht. Sie studieren die Sache nie so, dass davon ihre Berichte zu mehr als lediglich (tendenziösen) Berichten werden, sondern formen sie in Material, das die Sache zu erklären hilft. Der Islam ist in den Seelen und Herzen von Menschen, der Islam ist nicht zu sehen; also müssen die, die über ihn berichten, über ihn lernen. Sie sollten nicht annehmen, dass sie „über ihn lernen“ können, indem sie sich einfach unter Muslimen befinden und das, was sie einem Reporter erzählen, für bare Münze nehmen.

Sie haben keine Tiefe, sie ziehen keine Verbindungen. Offensichtlich wird man Journalist, ohne ein Examen zu irgendetwas bestehen zu müssen. Allzu oft wird man erst einmal ein paar Jahre hierhin geschickt, dann dorthin. Die Ausbildung von Journalisten und die von ihren Arbeitgebern oder von der Öffentlichkeit oder von Kollegen gestellten Forderungen – oder eher die, die nicht gestellten – haben allesamt die Lage geschaffen, wie sie bis heute besteht. Sie ist nicht nur in der grauenhaften Berichterstattung über die arabischen Muslime in Israel zu finden, in der alles ohne Zusammenhang gebracht wird, der der historische Sinn fehlt und oft eine Tendenziosität offen legt, der inzwischen so allgemein als gegeben angenommen wird, dass die, die sich darüber beschweren, wiederum ignoriert werden, obwohl die Nüchternheit der Details, die sie zur Rechtfertigung ihrer Beschwerden rechtfertigen. Wie der o.g. Artikel nahe legt, versucht fast kein Bericht der großen Nachrichtenagenturen (wie der AP oder gar die ungeheuerlichere Reuters) auch nur etwas über den nicht endenden Krieg, der gegen Israel geführt wird, und die Balance der Kräfte zu berichten. Sie sehen, dass die Israelis derzeit mächtiger sind als jeweils die Araber im Gazastreifen oder die Araber in der „Westbank“ und sind mit dieser optischen Illusion zufrieden. Das spiegelt sowohl Gedankenlosigkeit als auch eine zusammenhanglose Grausamkeit wider, die für die Leser, die Dank dessen, was sie eigenständig gelesen haben und Dank des Internets und Seiten wie dieser hier oder MEMRI, eine ganze Menge mehr wissen, als der Durchschnittsleser, unerträglich geworden sind.

Diese Leute wissen, wie Israel erduldet. Einige von ihnen kennen nicht nur die Geschichte und den Sinn des Mandats für Palästina, sondern auch die anderen Mandate des Völkerbundes. Sie wissen, wann das „palästinensische Volk“ erfunden wurde und warum. Sie wissen von den arabischen Versuchen alle nicht muslimischen und nicht arabischen Völker im Nahen Osten und Nordafrika zu unterdrücken. Sie verstehen, was das Wort „Jihad“ bedeutet und – was wichtiger ist – sie begreifen, dass die Instrumente des Jihad inzwischen in der gesamten westlichen Welt stationiert sind und die Länder und Zivilisation Westeuropas auf eine Weise bedrohen – was bedeutet, dass sie uns in Nordamerika bedrohen – wie sie es nie zuvor konnten. Sie begreifen auch, dass, gäbe es auch nur die minimalst angemessene Berichterstattung über den kleineren Jihad gegen Israel, und über die Versuche der Israelis (bei so wenig Verständnis durch so viele) sich gegen einen zunehmend feindseligeren Feind zu verteidigen, dann würde dies helfen die Nichtmuslime auf das allgemeine Problem des weltweiten Jihads aufmerksam zu machen – soll heißen, auf die weltweiten Anstrengungen oder die den Muslimen auferlegte Pflicht, sie direkt oder indirekt an einem „Kampf“ zur Ausweitung der Grenzen des Dar al-Islam zu beteiligen, jedes Hindernis für die Ausbreitung und dann die Dominanz des Islam zu beseitigen. Und das größte dieser Hindernisse sind die amerikanische Verfassung und die Universelle Erklärung der Menschenrechte.

Eine israelische Regierung nach der anderen hat aus Ignoranz der israelischen Öffentlichkeit nicht die Wahrheit über die nie endende Natur des gegen sie geführten Krieges erzählt. Aber eine solche Kalkulation ist falsch. Es gibt einen heilsamen Effekt die bedrückende Wahrheit zu erfahren und dann die nationalen Lenden zu gürten, um diese Lage anzugehen. Um denen, die ihre idiotischen und den Islam ignorierenden „Lösungen“ zu dem, was ein unlösbares, aber perfekt zu managendes Problem ist, aufzuzwingen, den Konflikt wahrheitsgetreu darzustellen – das ist der Kurs, auf den Israel und alle, die ihm Gutes wünschen, dringen sollte.

Es ist zwar immer angenehm einen gebildeten oder fortschrittlichen Muslim zu finden (oder einen Namensmuslim) – einen Rechts-Dekan hier oder da aus Kuwait oder Qatar, einen Saudi, der, ausgebildet in Großbritannien, seine Imame und die Al-Sauds und die Allianz der Bequemlichkeit der fanatischsten muslimischen Kleriker und der weltlichsten, korrupten und diebischen der Herrscherfamilien lustig macht – aber niemand im Westen sollte diese gelegentlichen, herzerwärmenden Beispiele an Intelligenz und Sinn für Moral mit dem durcheinander bringen, was die, die ihren Islam tief ins Herz schließen (die immer der handvoll fortschrittlicher Seelen zahlenmäßig weit überlegen sind), immer denken werden. Was sie immer denken werden: dass ein ungläubiger Nationalstaat, der auf Land besteht, das einmal im Besitz von Muslimen war, oder schlimmer: jetzt praktisch innerhalb des Dar al-Islam besteht, früher oder später vernichtet werden und das Land unter muslimische Herrschaft zurückgebracht werden muss. Letztlich muss zwar die gesamte Welt zu einem Ort gemacht werden, an dem der Islam dominiert, doch haben auf der To-Do-Liste der Muslime die Länder, die einst von Muslimen beherrscht wurden, Priorität.

Bis das nicht verstanden wird – und das ist nicht schwer, es handelt sich immerhin nicht um elementare Teilchenphysik oder molekulare Biologie – und so lange nicht die Reporter, die aus dem Nahen Osten oder aus anderen weit gehend muslimischen Gebieten berichten, von ihren Arbeitgebern oder den Hohn der Leser gezwungen werden über den Islam zu lernen, dann wird die Berichterstattung über den „arabisch-israelischen Disput“ oder, tendenziöser und unheilvoller ausgedrückt, „Israel/Palästina“ (was einen nicht existenten Staat konkretisiert) weiterhin die gut Informierten entsetzen.

Es ist erstaunlich zu begreifen, dass Reporter in den Nahen Osten geschickt werden, ohne dass von ihnen verlangt wurde, wirklich etwas über die Gegend zu lernen, vorher und detailliert, und erfolgreiches solches Lernen zu belegen. Mit dem Islam vertraut zu sein, bedeutet mit den Texten und Grundsätzen des Islam vertraut zu sein. Das bedeutet nicht einfach durch den Koran zu blättern. Es heißt, den Koran und die wichtigsten (und „authentischen“) Hadithe zu lesen und erneut zu lesen und sich mit den wichtigsten Ereignissen im Leben Mohammeds und der Rolle Mohammeds im Leben der heutigen Muslime vertraut zu machen. Es bedeutet die islamischen Eroberungen zu studieren, die Unterwerfung durch muslimische Araber und das Verschwinden oder Quasi-Verschwinden oder des fortgesetzten dauerhaften Überlebens der vielen und vielfältigen Völker, die eins im Nahen Osten und Nordafrika lebten. Es bedeutet auch die Geschichte des ottomanischen Reichs, des Mandatssystems des Völkerbundes und die wahre – nicht die gefälschte – Geschichte der Region zu studieren. Und im Fall der arabischen Vorwürfe gegen Israel bedeutet das eine gute Kenntnis der rechtlichen, moralischen und historischen Ansprüche der Juden zu haben, was im Gegenzug ein gutes Wissen nicht dessen, was seit dem Mai 1948 in der Region geschah, verlangt, sondern auch, was in den 1920-er und 1930-er Jahren unter dem Mandat geschah und dazu eine gute Kenntnis der Einwanderungs- und demographischen Trends der Region seit dem 19. Jahrhundert, als der „Verfall“ und die „Öde“ und „Leere“ der Gegend von jedem westlichen Reisenden berichtet wurde, der das Heilige Land auf seiner Reiseroute ins Ausland stehen hatte. Solche Vorbereitung – der Journalismus braucht Standards und nur die gut Vorbereiteten sollten auf eine solche Mission geschickt werden, die alle möglichen Kenntnisse verlangen – sollte auch demografische, Kataster-, politische, militärische Informationen zu den Teilen des ottomanischen Reiches gehören, die später dem Mandat Palästina zugeordnet wurden.

Jeder Reporter, der sich nicht gründlich damit vertraut gemacht hat, was in den Köpfen von Menschen – in den Köpfen z.B. des geschliffen redenden, endlos verlogenen Saeb Erekat oder in dem des Mahmud „Niemand war hier außer uns-Erbsenzähler“ Abbas, die frisch vom Grußtreffen mit dem großen Helden Samir Kuntar zurück sind – hat kein Recht, kein intellektuelles und daher kein moralisches Recht über die Araber des Gazastreifens oder die Araber der „Westbank“ zu berichten oder über das, was die Schnell-Jihadisten der Hamas und Herrscher des ersten und die Langsam-Jihadisten der Fatah, die in der zweiten herrschen, trennt (und was sie eint).

Darüber hinaus sollte kein Reporter, der über Kurdistan im Nordirak oder Darfur oder Algerien und Marokko berichtet, darin fehl gehen zu begreifen, dass der Jihad nicht nur gegen Nichtmuslime geführt wird; denn weil der Islam ein natürliches Vehikel für arabisches Herrenmenschentum ist, haben die Araber kein Problem damit nicht arabischen Muslimen linguistische und kulturelle Rechte und dann auch politische und ökonomische Rechte zu verweigern. Aber in der regulären und zu offensichtlich versagenden Presse konnte man nicht den leisesten Hinweis auf dieses arabische Herrenmenschentum lesen oder wie der Islam sich als sein perfektes Vehikel herausstellt, obwohl er sogar vorgibt ein „unversalistischer“ Glaube mit Gleichbehandlung aller Muslime zu sein.

Es gibt von unseren unerschrocken schlecht vorbereiteten (weil schlecht gebildeten) Reportern und Kolumnisten auch keine Anmerkung zum Groll der nicht arabischen Muslime gegenüber den arabischen Muslimen und deren überaus erfolgreichen Imperialismus – Islamisierung führt zur Arabisierung. Sie bemerken nichts darüber, wie die fortschrittlichsten nicht arabischen Muslime langsam dieses arabische Herrenmenschentum innerhalb des Islam zu erkennen beginnen und wie nützlich es wäre, diese Muslime zu ermutigen, damit die Anziehungskraft des Islam für Ziele der Da’wa verringert wird und um die Anziehungskraft des Islam für die mindestens 80% der Muslime der Welt, die nicht arabisch sind, sich verringert.

Niemand, der den Auftrag bekommt „über Israel und die ’Palästinenser’ zu berichten“, sollte keine Neugier gegenüber Dingen besitzen wie die, wann und warum die Vorstellung eines „palästinensischen Volks“ erfunden wurde. Niemand, der in den Nahen Osten geschickt wird, sollte an die von der ARAMCO-Propaganda seit Jahrzehnten verbreitete „arabische Welt“ glauben. Sie sollten versucht haben etwas über den Umgang mit den Kopten, den Maroniten, Assyriern und Chaldäern und vielen anderen Gruppen herauszufinden. Warum hat der König von Jordanien kaukasische Wachen? Warum hatte Hafez al-Assad solches Vertrauen in seinen Hofstaat armenischer Wächter? Warum stellten Christen die Hausangestellten von Saddam Hussein? Was genau hat die Ideologie des Baathismus verursacht und warum hatte dieser nur an zwei Orten Erfolg – in Syrien und dem Irak? Das sind die Art von Dingen, die der mittelmäßige Reporter nicht beantworten kann, von denen der keine Vorstellung haben kann, weil die Unfähigkeit solche Fragen zu beantworten fatal ihr fehlendes Verständnis aufzeigt, das im Gegenzug sie zu nichts als bloßen Berichterstattern macht, Berichterstatter, die nicht hinter die offensichtlichsten Oberflächen der Dinge zu sehen in der Lage sind. Sie haben keinen Kontext, kein Verständnis, keine Fähigkeit die Bedeutung oder den Sinn solcher Dinge zu vermitteln oder wie die Punkte zu verbinden sind, weil sie selbst an diesem Punkt, bei diesem Verständnis, einer kleinen, aber wachsenden Zahl von Leuten ihres Publikums unterlegen sind.

Und dieses Publikum weiß durch Selbstbildung immer mehr über den Islam – den Gorilla, den King Kong im Raum - und baut so pari passu Verachtung auf für die dünne und tendenziöse Grausamkeit, die von AP, Reuters, Agence France Presse, die BBC, die New Duranty Times und den Bandar Beacon und [fügen Sie ihre örtliche Zeitung ein] geboten wird.

Übersetzungen aus dem Englischen: H.Eiteneier