Da stinkt etwas bei AFP

Ein AFP-Fotograf benutzte eine „Fischaugen-Linse“, um sein Foto zu übertreiben
und die Bildunterschrift der AFP lässt wichtige Zusammenhänge aus.

Original: Something Fishy at AFP

Das folgende Foto und sein Begleittext wurden von AFP (Agence France Presse) am Samstag, 1. November 2003 veröffentlicht.


Eine palästinensische Frau drückt ihre Wut aus, nachdem das israelische Militär einen Sprengstoffgürtel sprengte, den es in ihrem Haus fand; dabei wurden das Erdgeschoss und das erste Stockwerk des Gebäudes im Dorf Hizmeh bei Jerusalem zerstört
(AFP/Atta Hussein)

Vor der Beschäftigung mit den Einzelheiten des Vorfalls wollen wir uns das AFP-Foto selbst ansehen.

Der Fotograf benutzte eine Weitwinkellinse (Fischaugen-Linse), um den Effekt einer weiten, übertriebenen Zerstörung zu erzeugen – beachten Sie die Länge der Hände der Frau und die „gestreckten“ Gebäude im Hintergrund. Eine Weitwinkellinse mag passend sein, um Landschaftsbilder zu machen, aber hier war es eindeutig weder notwendig noch angemessen. Nikon beschreibt den Gebrauch seiner Fischaugen-Lines so: „In der normalen Fotografie werden diese Linsen benutzt, um über ihre ‚irreale’ Verzerrung dramatische Effekte zu erzielen.“

Wenn ein Fotograf ein Bild in dieser Art verzerrt, verzerrt er den Vorfall, den er angeblich in objektiver Weise vermittelt – eine Verletzung journalistischer Ethik.

Was passierte nun in diesem Haus? Aus der Beschreibung der AFP sollte man nicht meinen, dass keine persönliche Verbindung dieser Frau zu dem Sprengstoffgürtel hat – er wurde lediglich „in ihrem Haus gefunden“, das die IDF, offensichtlich, grausamerweise zerstörte.

Die Jerusalem Post berichtet allerdings den wesentlichen Zusammenhang, der von AFP völlig außen vor gelassen wurde: Aufgrund von Geheimdienst-Informationen fing die IDF den Ehemann dieser Frau, der dann zugab, dass er einen Selbstmord-Bombenanschlag mit einem Sprengstoffgürtel ausführen wollte, den er unter dem Bett seiner Tochter, eines Babys versteckte.

Soldaten eilten zu dem Haus, brachten seine Bewohner hinaus und sprengten den Sprengstoff. Die Druckwelle verursachte den Einsturz des ersten Stockwerks des Hauses – Beleg für die Gewalt seiner Auswirkung, die israelische Zivilisten massakrieren sollte.

Selbst ein solcher Vorfall, der einmal mehr die unerträgliche Benutzung von Kindern als menschliche Schutzschilde für terroristische Aktivitäten durch die Palästinenser verdeutlicht (und die Qualität der IDF-Geheiminformationen unter ständiger Terrordrohung), wird von AFP-Linsen und Textschreibern verdreht, die einen weiteren Akt „gausamer israelischer Aggression“ vorzeigt. Ein klassischer Fall antiisraelischer Medien-Einseitigkeit.

Kommentare an AFP: contact@afp.com

Apropos Fotojournalismus: IDF-Sprecherin Sharon Finegold erklärte kürzlich, dass volle 90% der Nachrichtenfotos aus den palästinensischen Gebieten von palästinensischen Fotografen gemacht werden (wie von Atta Hussein von AFP, s.o.). Finegold glaubt, dies spielt eine wichtige Rolle in den generellen Medien-Verdrehungen in diesem Konflikt.

Übersetzung aus dem Englischen: H.Eiteneier