Geschäftsstelle und Büro des Vorsitzenden
z. Hd.
Herr Bischof Wolfgang Huber
-
Ratsvorsitzender -

Herrenhäuser Str. 12
30419 Hannover

Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender Bischof Wolfgang Huber,

 

Michael und Mattias sind wahre Brüder, die in einer christlichen Familie aufwachsen. Keiner kann länger als einen Tag ohne den anderen sein. Sie gehen zusammen durch Dick und Dünn. Selbst in den schwersten Situationen ist der eine für den anderen da. Aber plötzlich ist alles anders, denn Mattias löst sich von der Familie, geht seinen eigenen Weg und  zieht in eine andere Stadt. Das kann Mattias nicht verstehen. Er bricht den Kontakt zum so geliebten Bruder ab.

Als Mattias Jahre später zusammen mit seinen Kindern Familienfotos anschaut und die nach dem anderen Jungen, der neben dem Papa steht fragen, meint dieser nur: „Hab den Namen vergessen“.

Aber die Namen der anderen Nachbarskinder kannte er alle und erzählte seinen Kindern eine ganze Menge lustiger Geschichten.

 

Welch unchristliches Verhalten! Nur weil der eine Bruder ein anderes Leben führen will, hat der andere doch nicht das Recht, jegliche Beziehung abzubrechen! Das darf es unter Christen doch gar nicht geben! Diese oder ähnliche Gedanken bewegen jeden, der diese Geschichte liest.

 

Leider gibt es dieses Verhalten auch innerhalb unserer ev. Kirche insbesondere bei den Organisatoren des ev. Kirchentages. Wie kann es sonst sein, dass alle möglichen Gruppierungen und Personen, die absolut nichts mit dem Glauben an den Messias „am Hut“ haben (z. B. der Dalai Lama), zur Teilnahme am Kirchentag eingeladen werden, gleichzeitig aber dem jüdisch/messianische Glaubenswerk Beit Sar Schalom Berlin und seinen Mitgliedern die Teilnahme in Hannover verweigert wird.

 

Ist das nicht geradezu paradox? Somit dürften ja Petrus und Paulus, die sehr wohl zu den ersten messianischen Juden gehören, auch nicht am Kirchentag teilnehmen. Wie oft werden die Namen dieser innerhalb der Kirchenmauern in Predigten genannt und deren wichtige Aussagen in Schriftlesungen zitiert! Welche Heuchelei! Es tut unendlich weh, dass sich diese Kirche gegen den eigenen Bruder im gemeinsamen Glauben an den Messias wendet. Wie anders soll man dann diese Diskriminierung verstehen?

Anstatt sich der gemeinsamen Wurzeln zu erinnern, miteinander zu leben, an dem großen Weinberg zu arbeiten und von dem anderen zu lernen, wirft man den messianisch-jüdischen Bruder aus der christlichen Familie, kuschelt statt dessen mit denjenigen, die den einen HERRN und G’TT ablehnen und riskiert dadurch, dass sich die eigentliche christliche Gemeinde zerstreut und sich immer mehr kleinere Hausgemeinden bilden, die sich zum EWIGEN und zum jüdischen Volk - den eigentlichen Wurzeln unseres Christentums - bekennen.

 

Das Verhalten der Kirchentagsorganisatoren ist durch nichts zu rechtfertigen und wir fordern eine öffentliche Entschuldigung.

 

Dieses Schreiben geht gleichzeitig als Offener Brief an verschiedene Presseorgane im In- und Ausland.

 

Mit freundlichen Grüßen um Stellungnahme bittend

 

German Media Watch

- Redaktionsleitung

 

 

26. Juni 2005

 

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